Positive Affirmationen im Yoga

Nutze die Kraft der Gedanken

Maja Mast

Gründerin & Geschäftsführerin, Yoga Studio Fox

Maja Mast ist Gründerin und Geschäftsführerin von Yoga Studio Fox (Happy & Free GmbH). Mit einem Hintergrund in BWL und Kommunikation sowie über 20.000 unterrichteten Yoga-Stunden verbindet sie fundiertes Fachwissen mit langjähriger Praxiserfahrung. Unter ihrer Leitung wurde das Studio mehrfach von der American Yoga Alliance (RYS 200, RYS 300, RYS 500, YACEP, RCYS, RPYS), dem TÜV Rheinland und der BAG als „besonders entwicklungsfördernd" zertifiziert. Mehr als 10.000 Absolvent:innen haben ihre Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen.

Yoga Alliance zertifiziertTÜV Rheinland geprüftBAG zertifiziert10.000+ Absolvent:innen

Kennst du das: Du rollst deine Matte aus. Dein Atem fließt. Doch während dein Körper sich dehnt, fängt dein Kopf an zu rattern: „Habe ich die E-Mail wirklich abgeschickt?“, „Ich bin heute so unbeweglich“, „Eigentlich müsste ich viel mehr schaffen“. etc.

Kommt dir das bekannt vor? Genau hier setzen positive Affirmationen im Yoga an. Sie sind wie ein liebevoller Anker für deinen Geist, der dich dabei unterstützen kann, dein volles Potenzial zu entfalten: auf der Matte und darüber hinaus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anker für den „Affengeist“: Affirmationen dienen als liebevoller Fokuspunkt, um das typische Gedankenkarussell (wie To-do-Listen oder Selbstkritik) zu stoppen und den Geist zurück ins Hier und Jetzt zu führen.
  • Ganzheitliche Selbstbegegnung: Da Yoga weit mehr als nur körperliche Bewegung ist, unterstützen dich die kraftvollen Sätze dabei, die Praxis als eine tiefe und wohlwollende Begegnung mit dir selbst zu gestalten.
  • Potential entfalten: Durch die bewusste Ausrichtung deiner Gedanken, schaffst du eine mentale Basis, die dir hilft, dein volles Potenzial nicht nur während der Yoga-Übungen, sondern auch in deinem Leben zu entfalten.

Wir wissen, dass Yoga mehr ist als nur Körperhaltung oder Atemtechnik; es ist immer auch eine Begegnung mit uns selbst. 

Tipp: Du möchtest Yoga selbst ausprobieren? Teste es in unserem Grundkurs für Anfänger Yoga Online Kurs. Übe ganz bequem und flexibel von Zuhause aus.

Oder erfahre mehr über Atemtechniken in unserer Pranayama Ausbildung online kompakt. Denn Affirmationen und Atmung lassen sich wunderbar miteinander kombinieren. 

Hier erfährst du alles darüber, was positive Affirmationen sind, wie sie wirken ¹ und wie du sie ganz einfach im Yoga oder in deinem Alltag nutzen kannst. Lass uns gemeinsam in die Welt der kraftvollen Gedanken eintauchen.

Person haelt Graeser in die Luft vor blauem Himmel als Symbol fuer Achtsamkeit

Was sind positive Affirmationen eigentlich genau?

Vielleicht hast du den Begriff schon öfters gehört, aber was sind positive Affirmationen eigentlich genau? Im Kern sind es kurze und positiv formulierte Sätze, die du dir selbst laut oder nur in Gedanken sagst. 

Das Wort Affirmation stammt vom lateinischen „affirmare“, was so viel bedeutet wie „bejahen“ oder „bestärken“.

Man kann sich Affirmationen wie ein mentales Training vorstellen. Wenn wir Affirmationen für positives Denken nutzen, programmieren wir unser Unterbewusstsein dadurch Stück für Stück um. Statt in alten Mustern von „Ich kann das nicht“ zu verharren, schaffen Affirmationen mit positiven Gedanken Raum für eine neue, stärkende Realität und mehr Selbstliebe.

Welche Effekte haben positive Affirmationen auf das Gehirn?

Wissenschaftlich gesehen wird mit den Affirmationen die Neuroplastizität unseres Gehirns genutzt. Durch die ständige Wiederholung werden neue Nervenbahnen angelegt und gefestigt. Das hilft dabei, positive Gedanken fest in unserem Bewusstsein zu verankern, sodass sie auch in stressigen Momenten oder Krisen, ganz automatisch abgerufen werden. ² ³ ⁴

Was sind die 3 P der Affirmationen? Affirmationen richtig formulieren

Damit eine Affirmation wirklich Wirkung erzielt, gibt es eine kleine „Formel“ dazu, wie sie formuliert werden sollen. Das gilt für Affirmationen im Yoga wie auch im Alltag. Hierbei helfen uns die “3 P” der Affirmationen, sie stehen für Präsens, Positiv und Persönlich:

  • Präsens (Gegenwart): Formuliere so, als wäre der Zustand schon erreicht. Statt „Ich werde mutig sein“, sagst du „Ich bin mutig“. Denn dein Unterbewusstsein kennt kein „später“. Du lebst im Hier und Jetzt – nur das zählt!
  • Positiv: Verzichte auf Verneinungen wie „nicht“ oder „kein“. Unser Gehirn kann das Wort „nicht“ schwer verarbeiten (wie im Beispiel: denk jetzt bloß nicht an einen rosa Elefanten! Und schon denkt man direkt daran und stellt ihn sich vor). Also : Statt „Ich habe keine Angst“, wähle „Ich bin voller Vertrauen“.
  • Persönlich: Nutze „Ich“. Es geht um deine Kraft und deinen Weg.

Wichtiger Tipp: Eine gute Affirmation sollte sich für dich stimmig anfühlen. Wenn „Ich bin vollkommen zufrieden“ sich noch wie eine Lüge anfühlt, versuche es z.B. mit „Ich erlaube mir, Schritt für Schritt zufriedener zu werden“.

Frau macht seitliche Dehnung im Sitzen auf Yoga Matte im ruhigen Studio

Yoga Affirmationen: Die perfekte Symbiose

Warum passen Yoga und Affirmationen so gut zusammen? Ganz einfach: Im Yoga verbinden wir Körper, Geist und Atem. Wenn du während einer Asana (Körperhaltung) eine passende Yoga Affirmation gedanklich oder laut wiederholst, kannst du dein Unterbewusstsein neu ausrichten und mentale Stärke aufbauen. Positive Affirmationen verbinden körperliche Haltungen mit emotionalen Zuständen, wie z.B.

  • „Ich bin stark und mutig“ 
  • oder „Ich vertraue dem Fluss des Lebens“. 

Diese Technik fördert die Selbstliebe und kann Stress reduzieren. 

Beispiele: Positive Affirmationen für Yoga-Asanas, um deren Effekte zu verstärken

  • Fisch, Kobra (als Herzöffner): „Ich öffne mein Herz für alles Neue“ oder „Ich strahle Liebe und Zufriedenheit aus“. „Ich begegne der Welt mit Offenheit“
  • Kriegerhaltung: „Ich bin mutig und voller Kraft“.
  • Vor Savasana (Entspannung): „Ich bin ruhig und entspannt“ oder „Ich bin in Harmonie mit mir selbst“. 
  • Stehhaltungen (zur Erdung): „Ich bin fest verwurzelt, stark und ruhig“.
  • Vorbeugen (zum Loslassen): „Ich lasse los und vertraue dem Fluss des Lebens“. „Ich lasse alles los, was mir nicht mehr dient.“

Du möchtest mehr über die Asanas im Yoga lernen? Wie wäre es dann mit unserem Lehrgang zum Trainieren von Asanas?

Tipps beim Yoga: Affirmationen richtig anwenden

  • Verbindung mit dem Atem: Kombiniere bestimmte Affirmationen mit dem Atem, z.B. beim Einatmen denken: „Ich öffne mich“, beim Ausatmen: „Ich vertraue“.
  • Wiederholung: Wiederhole die Yoga Affirmation 3-5 Mal, um ihn mental zu verankern.
  • Überbrückung: Bei schwierigen Asanas helfen Sätze wie: „Ich lerne, Schritt für Schritt, diese Asana mit Leichtigkeit auszuführen“. 

Diese positiven Affirmationen im Yoga helfen, die Yogapraxis von einer rein körperlichen Übung ganzheitlich auf eine mentale und emotionale Ebene zu heben.

 

Affirmationen richtig anwenden: Tipps für den Alltag

Es bringt leider nur wenig, eine Affirmation nur einmal im Monat anzuwenden. Die Magie von positiven Affirmationen liegt in der Regelmäßigkeit. 

Hier sind ein paar kleine Vorschläge, wie du Affirmationen richtig anwenden und in deinen Alltag integrieren kannst:

1. Die Morgenroutine

Starte in deinen Tag mit positiver Energie. Wähle eine positive Affirmation, die deinen Fokus für den Tag setzt. Atme tief ein, strecke dich und sage dir: „Heute ist ein Tag voller Möglichkeiten“.

2. Während deiner Yoga-Praxis

Nutze z.B. spezielle Affirmationskarten fürs Yoga, um dich davon inspirieren zu lassen. Lege dir eine Karte an den Anfang deiner Matte. Jedes Mal, wenn dein Blick darauf fällt, wiederholst du den Satz innerlich. Das hilft dir, im Moment zu bleiben, auch wenn es in der Haltung mal anstrengend wird.

Tipp: Entdecke auch unsere liebevollen Affirmationskarten für Kinder, die nicht nur im Kinderyoga genutzt werden können, sondern auch jenseits der Matte, wie in der Schule oder im Alltag, um bestimmte Themen zu verinnerlichen und die Kinder zu stärken. 

3. Positive Affirmationen am Abend

Bevor du einschläfst, ist dein Unterbewusstsein besonders empfänglich für positive Gedanken . Affirmationen am Abend können dir dabei helfen, den Stress des Tages abzustreifen. Sätze wie „Ich bin sicher und geborgen“ oder „Ich vertraue dem Fluss des Lebens“ helfen dir, mit den Erlebnissen des Tages abzuschließen und können dich auf einen erholsamen Schlaf vorbereiten.

Welche positiven Affirmationen gibt es? Inspirationen

Was sind die besten Affirmationen? Es gibt kein Richtig oder Falsch, nutze die, die zu dir passen. Nachfolgend findest du eine Auswahl als Inspiration für verschiedene Bedürfnisse:

Für Selbstvertrauen & Wachstum

  • „Ich bin genug, genau so wie ich bin.“
  • „Ich vertraue auf meine Fähigkeiten und meinen Weg.“
  • „Jeder Tag ist eine Chance für persönliches Wachstum.“

Für Gelassenheit & Ruhe

  • „Ich atme Ruhe ein und Stress aus.“
  • „In mir liegt ein Ort voller Frieden.“
  • „Ich bin im Hier und Jetzt verankert.“

Verbindung mit dem Großen Ganzen

Manche nutzen gerne Affirmationen für die Verbindung mit dem Universum:

  • „Ich bin eins mit dem Rhythmus des Lebens.“
  • „Das Universum unterstützt mich in meiner Entfaltung.”

Fazit

Affirmationen sind kein Zaubermittel, das über Nacht alle Probleme löst. Aber sie sind ein wertvolles Werkzeug, um deine innere Einstellung nachhaltig zu verändern. Sie helfen dir, deine Gedanken selbst zu lenken und dich nicht von deinem “inneren Kritiker” runterziehen zu lassen.

Es tut mir leid, ich kann den Inhalt des Bildes nicht erkennen.

FAQ

Was sind positive Affirmationen im Yoga?

Positive Affirmationen im Yoga sind kraftvolle, bejahende Sätze, die du während deiner Praxis (Asanas) oder Meditation nutzt. Sie dienen dazu, den Fokus weg von selbstkritischen Gedanken hin zu mehr Selbstliebe und innerer Stärke zu lenken. Durch die Verbindung von körperlicher Bewegung und positiven Sätzen werden neue, stärkende Denkmuster tief im Unterbewusstsein verankert.

Wie kann ich Affirmationen richtig anwenden?

Um Affirmationen richtig anzuwenden, ist Regelmäßigkeit der Schlüssel. Integriere sie in deine Morgenroutine, sage sie dir während der Yoga-Praxis innerlich auf oder nutze positive Affirmationen am Abend, um den Tag entspannt abzuschließen. 

Welche positiven Effekte hat Yoga auf Geist und Körper?

Körperlich fördert Yoga die Flexibilität und stärkt die Muskulatur. Mental hilft es nachweislich dabei, Stresshormone zu reduzieren und das Nervensystem zu beruhigen. In Kombination mit Affirmationen für positives Denken kann Yoga zudem die Resilienz und das allgemeine Wohlbefinden stärken.

Was sind die 3 P der Affirmationen?

Wenn du eine wirkungsvolle Affirmation formulieren möchtest, helfen dir die 3 P der Affirmationen:

  1. Präsens: Formuliere in der Gegenwart (z. B. „Ich bin…“).
  2. Positiv: Nutze keine Wörter wie „nicht“ oder „kein“.
  3. Persönlich: Beziehe die Aussage immer direkt auf dich selbst.

Gibt es spezielle Affirmationen für bestimmte Asanas?

Ja, jede Haltung kann durch eine gezielte Affirmation im Yoga unterstützt werden.

Quellen und weiterführende Informationen:

¹ https://www.pfh.de/blog/pressemitteilungen/studie-der-pfh-zur-wirksamkeit-von-affirmationen
² https://www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/die-wissenschaft-hinter-positiven-affirmationen/
³ https://journal-bmp.de/effekte-einer-positiven-affirmationsintervention-auf-die-psychische-befindlichkeit/
³ https://www.mpg.de/25865280/1211-nepf-gehirn-und-vorstellungskraft-studie-zeigt-wie-das-geistige-auge-uns-beim-lernen-und-bei-veraenderungen-hilft-149575-x1