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Die Wirkung von Yoga

Yoga wirkt unterschiedlich. Yoga wirkt nicht nur über die einzelnen Asanas. Aus der gesamten Yogapraxis entsteht eine Gesamtwirkung, die über die bloße Asana-Wirkung hinausgehen. Yoga wirkt – auf verschiedenen Ebenen – im gesamten Menschen und ermöglicht dadurch in vielerlei Hinsicht, Abhilfe zu schaffen. 

Yoga für eine bessere Sauerstoff-Versorgung

Respiratorische Wirkung

Asanas und Pranayama beeinflussen eine Reihe von Lungenfunktionsparametern: die Ruheatemfrequenz nimmt ab. Atemzugvolumen, Atemgrenzwert, Ein-Sekunden-Kapazität und Vitalkapazität nehmen zu. Bei Yogis, die regelmäßig ihre Atmung schulen (Pranayama praktizieren), kann eine deutlich erhöhte Aufnahme von Sauerstoff nachgewiesen werden. Das Resultat macht sich in Körper und Geist bemerkbar. Muskeln können durch eine erhöhte Sauerstoffversorgung ausdauernder arbeiten, und die geistige Wahrnehmung sowie die Konzentrationsfähigkeit kann dadurch verbessert werden.

Yoga für ein stärkeres Nervensystem

Neuropsychologische Wirkung

Durch regelmäßiges Yoga-Training sinken visuelle und auditorische Reaktionszeiten (Zeit, die man benötigt, um auf ein sichtbares oder hörbares Signal zu reagieren) signifikant ab. Nervosität und innere Spannungen werden abgebaut, die Konzentrations- und Merkfähigkeit sowie die Leistungsfähigkeit werden gesteigert. Regelmäßige Yoga-Praxis führt zu verringertem Neurotizismus (Neigung zu neurotischen Veränderungen) sowie Depression und Angst sowie zu gesteigerter Extroversion, Geselligkeit und Glücklichkeit. Die Stresstoleranz steigt, was sich in einem geringeren Pulsanstieg sowie einer geringeren mentalen Ermüdbarkeit widerspiegelt.

Yoga für effektivere Muskelarbeit

Muskuloskelettale Wirkung

Yoga hat einen ganzheitlichen Effekt, was bei vielen anderen Sportarten nicht der Fall ist. Oft werden entweder lange oder kurze Muskeln gestärkt. Das kann zu einem Ungleichgewicht und Fehlstellungen führen oder erhöhte Verletzungsrisiken mit sich bringen. Ein ganzheitlicher Effekt bedeutet, Ausgleich zwischen konzentrischen und exzentrischen Muskelkontraktionen zu schaffen. Dadurch werden auch lange, schmale Muskeln, die belastbarer und weniger verletzungsanfällig sind als kurze Muskeln, ausgebildet und gestärkt. Yoga verbessert die Durchblutung und sorgt damit für ein besseres Sauerstoffangebot der Extremitäten. Die Muskelkraft nimmt dadurch zu und die Ausdauerleistung steigt. Bereits nach kurzer aber intensiver Yoga-Praxis konnte in Studien eine verbesserte neuromotorische Koordination (Zusammenspiel von Nerven und Muskeln) nachgewiesen werden. Eine erhöhte Effektivität und Selektivität des Muskeleinsatzes ist das Ergebnis. 

Yoga für eine bessere Verdauung

Gastrointestinale Wirkung

Durch diverse Asanas werden die inneren Organe von aussen gedrückt, gedehnt und massiert. Diese Bewegungen führen im Magen-Darm-Trakt zu reaktiven Kontraktionen der Darmmuskulatur und regen dadurch die Darmmotorik an. Das Ergebnis ist eine bessere Verdauung. 

Yoga für einen gesünderen Herzkreislauf

Kardiovaskuläre Wirkung

Yoga nimmt zwar nur einen Teil der Herz-Kapazität in Anspruch, aber trotzdem wirkt sich Yoga positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Je nach Asana-Abfolge oder Einsatz von Pranayama können durch Yoga der Blutdruck und die Herzfrequenz gesteigert oder gesenkt werden. Generell gilt aber, dass bei regelmäßigem Praktizieren der Blutdruck sinkt und somit die Herzarterien geschmeidiger werden. Die Gesundheit des Herz-Kreislauf wird dadurch enorm gesteigert. 

Yoga für einen besseren Stoffwechsel

Metabolische Wirkung

Regelmäßige Yogapraxis hilft, durch körperliche Aktivität, Ernährungsveränderung und neue Lebensgewohnheiten das Körpergewicht zu reduzieren. Yoga verändert den Gasaustausch (Sauerstoff-Aufnahme / Kohlendioxid-Abgabe) und den Energieumsatz (wie viel Energie wird verbraucht). Je nach Technik kann beides durch Yoga gesenkt oder gesteigert werden. Bei regelmäßiger Yoga-Praxis sinken Körperkern- und Hauttemperatur in Ruhe. Dies führt eine Steigerung der Kältetoleranz sowie Thermogenese (Wärmebildung) über stoffwechselanregende Hormone herbei. Zusätzlich wird durch Yoga der Cholesterinspiegel gesenkt. 

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Was sind eigentlich Mantren?

Mantren gibt es seit mehreren Tausend Jahren. Sie sind Silben, einzelne Worte oder ganze Verse in Sanskrit. Mantren haben ihren Ursprung in den frühen indischen und tibetischen Völkern, deren Schamanen die positive Wirkung der Musik bemerkt haben. Traditionell wurden Mantren von Lehrern an ihre Schüler weitergegeben. Heute gibt es unzählige Mantren für die verschiedensten Lebenssituationen. Grob wird in zwei unterschiedliche Gruppen unterschieden: Moksha- und Siddhi-Mantren.  Moksha-Mantren sollen zur Befreiung und Erleuchtung führen, wie zum Beispiel das berühmte Mantra “OM”. Siddhi-Mantren hingegen sollen bestimmte Kräfte und Energien freisetzen und somit schützen oder heilen. 
Das Mantra „OM“ ist das wohl berühmteste und häufigsten verwendete Mantra. Mehr über OM könnt ihr hier nachlesen.

Die Wirkung von Mantren

Mantren werden verschiedene Wirkungen nachgesagt. Sie berühren, inspirieren, trösten, beflügeln und geben Kraft. Sie befreien von negativen Gedanken und aktivieren die Chakren. Im Yoga wird ein Mantra gerne während der Meditation, vor oder nach der Praxis wiederholt. Der Lehrer spricht es einmal vor und die Teilnehmer wiederholen es. 

Das Denken, Flüstern, Sprechen oder Singen eines Mantras über einen längeren Zeitraum hinweg verleiht ein nahezu meditatives Gefühl. Auf diese Weise manifestiert sich der Glaubenssatz oder Wunsch hinter dem Mantra in das Unterbewusstsein.

Mantra-Meditation gehört zu den häufigsten Entspannungtechniken. Es ist dazu gar nicht ausschlaggebend ob jedes einzelne Wort perfekt verstanden wird, denn Mantren wirken nicht über das Verstehen sondern eher über das Rezitieren und die damit verbundene Hingabe der Wiederholung. Durch das fortlaufende Wiederholen im immer gleichen Rhythmus entstehen Klangschwingungen, die auf auf unser Inneres, unsere Seele, wirken. Die entstehenden Vibrationen spenden Kraft, beruhigen den Geist und bringen in einen meditativen Zustand.

Kirtan

Wer solche Erfahrung in seinem Leben erleben möchte, ist bei Kirtan-Abenden bestens aufgehoben. Hier werden gemeinsam in der Gruppe Mantren gesungen, oft begleitet von einem Harmonium oder anderen Instrumenten. Je öfter man solche Abende besucht, desto mehr Mantren kennt man und kann sich voll und ganz auf das Singen und auf die überströmende Energie konzentrieren. In großen Gruppen fließt die Energie besonders, da sich die Vibrationen schneller aufbauen und den ganzen Raum zum Leuchten bringen.

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Gute Vorsätze mit Leichtigkeit befolgen

Neues Jahr – Neues Glück

Das Neue Jahr ist bald da! Und mit ihm ein neuer Versuch all die Laster loszuwerden, die uns die vergangenen Monate und Jahre begleitet haben. Sei es weniger Alkohol zu trinken, das Rauchen aufzugeben, kein Fleisch mehr zu essen, 5kg abzunehmen oder mehr Sport zu treiben, das Neujahr wird dazu genutzt, die sich selbst auferlegten Ziele (mal wieder) zu befolgen. Blauäugig – in dem Glauben all das verändern zu können was wir uns vorgenommen haben – starten wir motiviert in das neue Jahr. Am 1.1. (noch) essen wir gesünder, rauchen und trinken weniger und überwinden sogar den inneren Schweinehund und gehen zum Sport…

Das Problem mit der Motivation

Leider ist unsere Motivation meist von kurzer Dauer und wir scheitern an den mit der Veränderung verbundenen Mühen. Alle Jahre wieder fallen wir zurück in alte Muster und verstärken diese dadurch noch zusätzlich. Dabei würde uns der gute Vorsatz ‚jeden Tag 10 Minuten Yoga praktizieren’ enorm dazu verhelfen auch unsere anderen guten Vorsätze zu befolgen.

Warum ist das Befolgen guter Vorsätze so schwer?

Es sind unsere alten, eingefahrenen Muster und Verhaltensweisen die es uns erschweren, das zu tun waswir wirklich wollen. Über viele Jahre hat sich die Art und Weise wie wir denken, reagieren und handeln tief in unseren Gehirnen verankert. Je öfter ein Gedanke gedacht oder eine Aktion vollzogen wird, umso tiefer ist die Spur, die es in unserem Gehirn hinterlässt. Eine Umkehrung – immer schwieriger.

Haben wir beispielsweise über viele Jahre gelernt morgens beim Kaffee eine Zigarette zu rauchen, wird unsere Psyche aus Gewohnheit automatisch bei Kaffeegeruch nach Zigaretten verlangen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die ständige Wiederholung von Gedanken, Reaktionen und Handlungen früher oder später verselbstständigt und ohne das Zutun des Bewusstseins erfolgt. Unser Körper und unsere Psyche sind konditioniert genauso und nicht anders zu handeln. Egal wie groß unser Vorsatz ist etwas in unserem Leben zu verändern, die Erfahrungen und Handlungen der Vergangenheit erschweren, ob wir wollen oder nicht, das Befolgen unserer Ziele und werfen uns immer wieder in alte Verhaltensweisen zurück.

Yoga erleichtert die Veränderung

Nach Patañjali  wurden diese Konditionierungen (automatische Reaktionen auf innere und äußere Reize) im Verlauf mehrerer Leben erworben und wirken als Kleshas (innere Spannungen, die menschliches Leid verursachen) bis in das Heute hinein. Sie führen dazu, dass wir immer wieder in alte Verhaltensweisen verfallen und unsere Fehler wiederholen. Um den Einfluss der Kleshas zu überwinden beschreibt Patañjali den achtgliedrigen Pfad. Die Yoga-Sūtra, so die Intention Patañjalis, sollen die Menschen durch handelbare Leitlinien aus den leidvollen, inneren Spannungen herausführen, so dass eine wahre innere Freiheit und Freude möglich wird.

Unser Geist ist wandelbar!

Der Yoga geht davon aus, dass der menschliche Geist immer und zu allen Zeiten, unabhängig von äußeren Umständen, das Potential zur Veränderung bietet. Und genauso verhält es sich. Das hat auch die moderne Neuropsychologie erkannt: Das menschliche Gehirn ist bis ins hohe Alter neuroplastisch! Das bedeutet, dass wir zu jeder Zeit in der Lage sind Neues zu erlernen und alte Muster und Gewohnheiten fallen zu lassen. Und genau dabei bietet uns der Yoga eine große Stütze.

Durchhaltevermögen stärken – durch Yoga

Das geschieht vor allem dadurch, dass der Yoga unsere hirninternen Prozesse positiv beeinflusst. Er fördert (u. A.) die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin und führt langfristig dazu, dass neue, mit positiven Empfindungen und Erfahrungen verknüpfte neuronale Verbindungen in unseren Gehirnen entstehen können. Das wiederrum macht sich sowohl in unserer Stimmung als auch in unserer Motivation und unserem Verhalten bemerkbar. Die positiven Erfahrungen mit und in uns selbst verhelfen langfristig dazu, dass wir selbstbestimmter, bewusster und zielgerichteter werden und das tun, was wir wirklich wollen. Nur so können alte Denk- und Handlungsweisen langfristig durch neue ersetzt werden.

Innere Wandlung durch Yoga

Der Yoga setzt in unserem Inneren an. Er verändert unsere emotionalen und  körperlichen Reaktionen auf äußere Umstände und führt dazu, dass Verhaltens- und Reaktionsweisen, die uns schaden (zum Beispiel das Greifen zur Zigarette beim Kaffeegeruch) langfristig „stillgelegt“ werden können. Dabei gilt: Je stärker und positiver die Erfahrung und je regelmäßiger die Übung umso leichter etablieren sich die neuen neuronalen Verbindungen in unserem Gehirn. Die Folge: Immer besser werden wir in der Lage sein unsere Emotionen zu kontrollieren, Rückschläge zu akzeptieren und unabhängig davon was geschieht weiterhin unseren eigenen Weg zu gehen… von Augenblick zu Augenblick…

Durchhalten – von Moment zu Moment

Yoga ist die Praxis der Gegenwärtigkeit. Das was zählt ist das Jetzt – der gegenwärtige Augenblick. Konzentrieren wir uns auf die Gegenwart, ist es einfacher unsere guten Vorsätze zu befolgen. Achten wir darauf von Augenblick zu Augenblick durchzuhalten und nicht über gestern und morgen nachdenken ist es auch wahrscheinlicher, dass wir von Moment zu Moment standhaft bleiben. Das Verbleiben in der Gegenwart allerdings bedarf einer stetigen Einübung der Achtsamkeit. Nur so wird uns bewusst wenn wir mal wieder innerlich „abschweifen“.

Ist es wirklich unser Wille?

Besonders anstrengend ist das Befolgen guter Vorsätze wenn die Motivation zur Veränderung nicht bei uns sondern bei unserem Partner oder unsere Familie liegt. „Hör doch endlich auf zu rauchen!“ oder „Nimm ab!“ sind nur einige Beispiele, wie unsere Lieben unser Verhalten beeinflussen wollen.

Unser Ego als die Ursache des Leidens

So verändern wir kurzfristig „das Außen“ und denken, dass uns weniger Zigaretten und ein schlankerer Körper tatsächlich mehr Glück und Zufriedenheit bescheren. Dass unser Partner uns mehr liebt wenn wir das tun was er/sie von uns verlangt… Unser Ego hechelt nach Bestätigung… „Du hast so schön abgenommen, Du rauchst nicht mehr? WOW!“, sagen die anderen… Kurzfristig fühlen wir uns geliebt, angenommen, stark und schön – Unser Ego bekommt Nahrung…

Dem Yoga zu Folge ist das Ego allerdings die Ursache allen Leides. Es „will“, oder „will nicht“, übt Druck aus,  „erwartet“ und beurteilt. Werden seine materiellen und egogeprägten Wünsche nicht erfüllt leiden wir. Gleiches gilt für das Befolgen der sich selbst gegenüber auferlegten Ziele. Je mehr Druck wir oder andere auf uns ausüben umso unwahrscheinlicher wird es sein, dass uns die erwünschte Veränderung gelingt. Mit jedem Scheitern wiederrum werden wir unzufriedener.

Aufräumen „innen“ und „Außen“ – Klarheit schaffen durch Yoga

Eine wahre Veränderung ist keine spontane Sache. Sie erwächst ganz langsam, tief aus unserem Inneren heraus – durch die urteilsfreie ungetrübte Wahrnehmung von uns Selbst während unserer Yogapraxis. Nur durch die achtsame Beobachtung all dessen, was ist, wird uns ganz langsam und genau bewusst wer wir heute sind, was immer noch zu uns gehört und was wir nicht mehr in unserem Leben haben wollen.

Neues braucht Platz

Genau aus diesem Grund ist es auch so wichtig sich von Verhaltensweisen Sachen und Menschen zu lösen, die uns in unserer persönlichen Entwicklung behindern. Das Festhalten (im Yoga „Raga“ = Anhaftung/ Gier) führt zu Unzufriedenheit, verstärkt negative Emotionen und schürt Böswilligkeit, Hass und Zorn. Ein Kreislauf des Leidens bzw der Unzufriedenheit entsteht.

„Raga“ – Anhaftung und Gier als Ursache für das menschliche Leid / Unzufriedenheit

Raga“ ist dem Yoga zu Folge eine der 5 Ursachen (Kleshas) für das menschliche Leid. Die Gier nach Vergnügen und das Streben nach der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse führt dazu, dass wir nicht „loslassen“ an guten und schlechten Vorlieben festhalten. Das Streben nach positiver emotionaler Erfahrung steuert unbewusst unsere Gedanken, die wiederrum das eigene Wollen und Handeln steuern. Wir erwarten, dass uns äußere Umstände Glück bescheren. „Wenn ich endlich das neue Auto, Haus, Handy… etc.  habe, dann wird alles besser“. Erwartungen aber können fast immer nur enttäuscht werden. Sie machen uns langfristig immer unzufriedener und führen so zu noch mehr Leid.

„Raga“ – Anhaftung und Gier im Umgang mit den Anderen

Auch Freundschaften und Liebesbeziehungen, an denen wir anhaften, obwohl sie uns schon seit langem keine Befriedigung und Freude mehr schenken, verursachen Kummer und Leid. Wir wollen entweder, dass uns die anderen glücklich machen oder wir verbleiben aus Angewohnheit, Bequemlichkeit oder Angst vor ungewisser Zukunft in den destruktiven Beziehungsstrukturen.

„Ich hasse Dich – verlasse mich nicht“

Dabei hat das Verbleiben in ungesunden Beziehungskonstellationen besonders gravierende Folgen. Umgeben wir uns mit Menschen, die uns negativ beeinflussen und die immer wieder bewusst oder unbewusst alte Wunden aufbrechen und destruktive Muster aktivieren, wird es für uns fast unmöglich werden uns in eine positive Richtung zu verändern. Jeder einzelne Rückschlag wiederrum beeinflusst den Glauben an uns selbst und an unsere Fähigkeiten zu Veränderung negativ und verstärkt genau die neuronalen Bahnen in unserem Gehirn, die die unerwünschten Verhaltensweisen und Emotionen repräsentieren. Wir verbleiben in den negativen Denk- und Handlungsstrukturen, stagnieren und werden früher oder später genauso wie die Menschen, die uns umgeben. Nicht von ungefähr kommt das griechische Sprichwort: „Zeig mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist.“

Und trotzdem gehen wir nicht – wir bleiben, hoffen dass er oder sie sich „ändert“ und leiden weiter. Wir haben Angst vor dem Alleinsein – Angst uns zu „lösen“. Dabei ist Anhaftung aus Gewohnheit weder Freundschaft noch Liebe – es ist eine durch das Ego verursachte Anhaftung.

„Loslassen“ lernen durch Yoga

Das Gegenteil von Anhaftung an Materielles und an Beziehung ist folglich das „Loslassen“.  Wie aber lasse ich etwas oder jemanden los das mich über Jahre hinweg begleitet hat?

Zu aller erst ist es wichtig innerhalb der Meditationspraxis zu begreifen, dass weder Materielles noch Bindung wahre Zufriedenheit und Freude bringen können. Beides sind äußere Faktoren, die nur kurzfristig „Linderung“ und positive Emotionen schaffen. Sich das einzugestehen ist nicht einfach und bedarf Mut und geistiger Offenheit. Immer wieder müssen wir uns innerhalb der Meditation in Frage zu stellen, neu definieren und neu kennenlernen. Nicht anzuhaften bedeutet auch Menschen, Situationen und Dinge so anzunehmen wie sie wirklich sind. Nur wenn wir es schaffen Anhaftung zu überwinden werden wir, der Yogaphilosophie zu Folge unser wahres Sein, Wissen und Glückseligkeit (Satchidananda) erfahren.

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Text von: Dr. Maria Wolke – Dr. der Psychologie, Yoga Lehrerin, Therapeutin und Autorin.

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Der Sonnengruß „Surya Namaskar“

Warum üben wir den Sonnengruß?

Der Sonnengruß ist eine perfekt aufeinander abgestimmte Abfolge von Asanas, die fließend miteinander verbunden werden. Jede einzelne davon hat körperliche, psychische und physische Wirkungen, die sich in Kombination und bei mehrfacher Wiederholung des Sonnengrußes verstärken.

So wirkt der Sonnengruß

  • Der Sonnengruß wärmt den Körper auf und dehnt ihn durch und bereitet ihn so auf die nachfolgende Asana-Praxis vor.
  • Er aktiviert den Körper und bringt die Energien zum Fließen
  • Wenn die Bewegungen des Sonnengrußes in Einklang mit der Atmung ausgeführt werden, verbindet das deinen Körper und deinen Geist.
  • Er stärkt bei mehrfacher Wiederholung den gesamten Körper – wer keine Zeit für eine ausführliche tägliche Praxis hat, kommt schon mit 5 bis 10 Sonnengrüßen täglich sehr weit!
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„Pranayama“ Atemübungen

Atemübungen, Pranayama genannt, führen leider ein Schattendasein. Im Gegensatz zu Asanas und Meditation werden sie oft wie Accessoires behandelt: Ganz nett, aber nicht wesentlich für die Praxis.

Schade, denn der Atem spielt eine entscheidende Rolle bei uns Menschen. Wie wir atmen, hat Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Psyche. Der Mensch atmet durchschnittlich etwa 25000 Mal pro Tag. Über den Atem nehmen wir Sauerstoff auf. Durch Stress, Verspannungen, schlechte Körperhaltung und schädliche Angewohnheiten atmen aber viele Menschen zu flach. Ihr System erhält so zu wenig Sauerstoff – eine der Folgen ist dann schnelle Ermüdung und Erschöpfung.

Die Wirkung von Pranayama

Die yogischen Atemübungen helfen uns zu einer natürlichen Atmung zurück zu finden. „Prana“ heißt Energie, „Ayama“ bedeutet „Kontrolle“. Mithilfe von “Pranayama” lernen wir, unseren Atem wieder bewusst wahrzunehmen und zu steuern – und so unsere Lebensenergie zu aktivieren und zum Fließen zu bringen.

Klingt esoterisch, funktioniert aber!  Wer schon mal in einer angespannten Situation für einige Atemzüge tief, und langsam geatmet hat, weiß, wie mächtig die Atmung ist – plötzlich denkt und fühlt man wieder klarer, der Stress reduzieren sich auf ein erträgliches Maß und das Herz schlägt ruhiger. Wenn also eine tiefe, ruhige Atmung schon so durchschlagende Wirkung hat, kann man sich vorstellen, dass ausgeklügelte Atemübungen, wie sie im Yoga vorkommen, noch viel wirkungsvoller sein können.

Die verschiedenen Pranayama-Übungen wirken effektiv gegen Stress und sorgen für Energieschübe, die kein Kaffee auslösen können. So gut wie alle wirken entgiftend. Auch bei konkreten Krankheitsbildern wie Asthma können bestimmte Atemübungen heilsam sein. Pranayama hilft beim Stressabbau und der Erweiterung der Lungenkapazität.

Warum hat Pranayama einen so starken Effekt auf Körper und Geist?

Die Wirkung von Pranayama wird zu großen Teilen durch die Wirkung des Atems auf das Nervensystem, vor allem den Sympathikus und den Parasympathikus erklärt:

  • Ausgleichende und beruhigende Atemübungen legen den Fokus auf eine lange Ausatmung. Diese aktiviert den Parasympathikus, den Teil unseres Nervensystems, dessen Aktivierung unter anderem den Blutdruck und die Herzfrequenz absenkt. Ist der Parasympathikus aktiv, sind wir entspannt und der Körper kann regenerieren und heilen. 
  • Aktivierende, anregende Atemübungen legen den Fokus auf die Einatmung und aktivieren so den Sympathikus, der Blutdruck und Herzfrequenz erhöht und uns wach und leistungsfähig macht.

Die Atmung ist also ein hocheffektives Kommunikationsmittel zwischen Körper und Geist – und zwar eines, das wir kontrollieren können!

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Was genau bedeutet „Om“?

Genau wie Namasté ist „Om“ ein Wort, das auch über die Yogi-Grenzen hinweg eigentlich jeder kennt. Was genau bedeutet diese Silbe, die von Yogis schon seit Jahrtausenden verwendet wird?

Herkunft

Om wird auch als heilige Silbe bezeichnet. In der Sanskrit-Schreibweise ist nicht von Om, sondern von AUM die Rede. Die Silbe AUM besteht aus den drei Buchstaben A, U und M.

Diese drei Buchstaben stehen entweder für die drei Götter Vishnu (A), Shiva (U) und Brahma (M) oder werden als Symbole für drei Bewusstseinszustände verstanden: A bedeutet Wachen, U steht für Träumen und M für Tiefschlaf. Hinzu kommt ein vierter Zustand: die Stille. Eigentlich besteht Om also nicht aus drei, sondern aus vier Teilen, von denen man aber bei der Aussprache nicht alle hört.

Was bedeutet “Om” genau?

Eine genaue wörtliche Übersetzung für Om gibt es nicht wirklich. Grob übersetzt: „Alles, was gewesen ist, was ist und noch sein wird.“ Om steht also gleichzeitig für alle Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

In den alten Schriften geht man davon aus, dass Om den Urklang verkörpert. EIn Klang / Ton, der der energetische Ursprung der Schöpfung ist. Eine schwer greifbare, sehr mysthische Vorstellung der alten Yogis. Der Mythos besagt, dass aus diesem Urklang alles entstanden ist. Es war also kein Schöpfer in dem Sinn am Werk, wie es in anderen Schöpfungsgeschichten kommuniziert wird – sondern ein Klang!

Als Ursprung ist Om somit in allem enthalten und mit allem verbunden. Es ist überall. Om/Aum steht also für das Universelle, das Ganze, für alles.

In manchen Yoga Stunden wird vor oder nach dem Yoga Om gesungen um die Praxis einzuläuten bzw. abzuschließen. Wenn man mehrmals hintereinander Om als Mantra rezitiert / chantet, wird eine zarte Schwingung im Körper spürbar. Im Yoga soll diese Vibration das Bewusstsein für die Meditationspraxis wecken und helfen im Moment anzukommen, sich zu fokussieren und Einklang für Körper, Geist und Seele herstellen.

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Was bedeutet eigentlich Namaste?

Wir kennen es vom Yogaunterricht. Zum Ende der Stunde verabschiedet sich der Lehrer mit gefalteten Händen, einer Verbeugung und einem “Namasté”. Viele stimmen in den Gruß ein weil es eben jeder macht. Doch was bedeutet es und wieso tun wir es überhaupt?

Die Geste Namasté steht für die Überzeugung, dass sich in jedem Menschen etwas Höheres befindet – und zwar im Herzen. Wenn wir sie ausüben, würdigen wir damit unsere Gegenüber. “Nama” bedeutet verbeugen, “as” heißt ich und “te” du. Wörtlich übersetzt bedeutet Namasté also: “Ich verbeuge mich vor dir.”

Um Namasté auszuführen, bringen wir die Hände vor dem Herz aneinander, schließen unsere Augen und neigen den Kopf zum Herzen. Eine andere Variante ist, die Hände vor dem dritten Auge zusammenzubringen, den Kopf zu senken und anschließend die Hände nach unten auf Höhe des Herzens zu senken. Dabei handelt es sich um einen besonders tiefen Ausdruck von Respekt. Auch wenn man im Westen normalerweise das Wort “Namasté” in Verbindung mit der Geste sagt, versteht man in Indien die Geste selbst als Ausdruck von Namasté – deshalb ist es nicht notwendig, das Wort auszusprechen, während man sich verbeugt.

Idealerweise baut man Namasté sowohl am Anfang als auch am Ende der Yogastunde ein. Meistens legt man es ans Ende der Stunde, weil dann der Geist weniger aktiv und die Energie im Raum friedvoller ist. Der Lehrer leitet Namasté als Symbol der Dankbarkeit und des Respekts gegenüber seinen Schülern an und lädt diese im Gegenzug dazu ein, sich mit ihrem Lehrer zu verbinden.

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Pranayama Atemübungen

Atemübungen, Pranayama genannt, führen leider ein Schattendasein. Im Gegensatz zu Asanas und Meditation werden sie oft wie Accessoires behandelt: Ganz nett, aber nicht wesentlich für die Praxis.

Schade, denn der Atem spielt eine entscheidende Rolle bei uns Menschen. Wie wir atmen, hat Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Psyche. Der Mensch atmet durchschnittlich etwa 25000 Mal pro Tag. Über den Atem nehmen wir Sauerstoff auf. Durch Stress, Verspannungen, schlechte Körperhaltung und schädliche Angewohnheiten atmen aber viele Menschen zu flach. Ihr System erhält so zu wenig Sauerstoff – eine der Folgen ist dann schnelle Ermüdung und Erschöpfung.

Die Wirkung von Pranayama

Die yogischen Atemübungen helfen uns zu einer natürlichen Atmung zurück zu finden. „Prana“ heißt Energie, „Ayama“ bedeutet „Kontrolle“. Mithilfe von “Pranayama” lernen wir, unseren Atem wieder bewusst wahrzunehmen und zu steuern – und so unsere Lebensenergie zu aktivieren und zum Fließen zu bringen.

Klingt esoterisch, funktioniert aber!  Wer schon mal in einer angespannten Situation für einige Atemzüge tief, und langsam geatmet hat, weiß, wie mächtig die Atmung ist – plötzlich denkt und fühlt man wieder klarer, der Stress reduzieren sich auf ein erträgliches Maß und das Herz schlägt ruhiger. Wenn also eine tiefe, ruhige Atmung schon so durchschlagende Wirkung hat, kann man sich vorstellen, dass ausgeklügelte Atemübungen, wie sie im Yoga vorkommen, noch viel wirkungsvoller sein können.

Die verschiedenen Pranayama-Übungen wirken effektiv gegen Stress und sorgen für Energieschübe, die kein Kaffee auslösen können. So gut wie alle wirken entgiftend. Auch bei konkreten Krankheitsbildern wie Asthma können bestimmte Atemübungen heilsam sein. Pranayama hilft beim Stressabbau und der Erweiterung der Lungenkapazität.

Warum hat Pranayama einen so starken Effekt auf Körper und Geist?

Die Wirkung von Pranayama wird zu großen Teilen durch die Wirkung des Atems auf das Nervensystem, vor allem den Sympathikus und den Parasympathikus erklärt:

  • Ausgleichende und beruhigende Atemübungen legen den Fokus auf eine lange Ausatmung. Diese aktiviert den Parasympathikus, den Teil unseres Nervensystems, dessen Aktivierung unter anderem den Blutdruck und die Herzfrequenz absenkt. Ist der Parasympathikus aktiv, sind wir entspannt und der Körper kann regenerieren und heilen. 
  • Aktivierende, anregende Atemübungen legen den Fokus auf die Einatmung und aktivieren so den Sympathikus, der Blutdruck und Herzfrequenz erhöht und uns wach und leistungsfähig macht.

Die Atmung ist also ein hocheffektives Kommunikationsmittel zwischen Körper und Geist – und zwar eines, das wir kontrollieren können!

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Sthira Sukham Asanam

Wie soll eine Yogaübung ausgeführt werden? – Mit Leichtigkeit und Stabilität

Im Hatha-Yoga geht es darum, zwischen den Polaritäten in eine Balance zu finden. Die Asana-Praxis beinhaltet dieses ständige Austarieren zwischen Aktivität und Entspannung, Aktivität und Passivität, Stabilität und Leichtigkeit.

Sthira Sukham Asanam

Du kannst Yoga auf sehr unterschiedliche Weisen praktizieren. Es gibt aber Richtung, die angibt, wie Yogaübungen ausfgeführt werden sollten. Diese Angabe ist sehr alt aber aktuell denn je. Der indische Gelehrte Patanjali schrieb vor a. 2000 Jahren im Yoga Sutra: STHIRA SUKHAM ASANAM

Übersetzt bedeutet das:

Sthira = stabil, fest

Sukham = leicht, glücklich, angenehm

Asana = Körperhaltung /- übung

Ein Asana sollte also einerseits stabil und andererseits leicht sein. 

Sthira

Sthira steht nicht ohne Grund an erster Stelle. Wir brauchen erst mal eine gute Basis, eine feste Stabilität, um uns von dort aus frei bewegen zu können. Das gilt eigentlich für das ganze Leben. Wir können kein Glück und keine Leichtigkeit erfahren, wenn die Basis nicht stimmt. Die Basis bestimmt eigentlich alles. Deswegen ist es z.B. auf energetischer Ebene so wichtig, als allererstes das Wurzelchakra zu stärken. Für die Asanapraxis bedeutet das, dass es als Allererstes um die richtige Ausrichtung geht – angefangen mit der Basis. Ohne den korrekten, stützenden Aufbau sackst du iin der Asana zusammen und belastest empfindliche Strukturen deines Körpers.

Sukham

Erst dann kommt die zweite Komponente dazu: sukha. Wenn die stabile Basis gefunden ist, geht es darum, die Haltungen (wie auch das Leben) mit Leichtigkeit, Freude und Entspanntheit zu erfahren. Am Anfang fühlt sich deine Position vielleicht noch nicht wirklich leicht an, aber gerade dann geht es darum, in der Stabilität immer mehr Leichtigkeit zu entwickeln. Im Körper, im Gefühl aber vor allem im Kopf! Geh entspannt an deine Praxis und dein Tun, mach dir keinen Kopf über Erfolg oder Misserfolg (diese Worte haben in Verbindung mit Yoga nichts verloren), geniesse das Sein und den Moment – und das egal um was es geht!

Kurz um: es geht um Balance zwischen Stabilität oder Stärke und Leichtigkeit. Im Yoga wie im wahren Leben.