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Yamas & Niyamas

Yoga – sehr viel mehr als Asana

Wenn wir mit Yoga beginnen, beschäftigen wir uns meistens zunächst einmal mit unserem Körper.  Wir versuchen unseren Körper in verschiedene Haltungen zu bringen und dies wenn es gut läuft noch mit unserem Atem zu verbinden. 

Yoga ist jedoch viel mehr als das. Yoga ist ein sehr umfassendes philosophisches System aus Indien, das nicht nur körperliche Übungen beinhaltet, sondern eine ganze Reihe an Praktiken, die uns zur Einheit mit allem was ist führen können. 

Das wohl bekannteste schriftliche Werk ist das Yoga Sutra des Patanjali. Es beschreibt den achtgliedrigen Weg des Raja Yoga, das uns zur Erleuchtung führen kann. Und selbst wenn wir es in diesem Leben nicht bis zur Erleuchtung schaffen sollten, so beschreibt es doch einen Weg, um ein gutes und aufrichtiges Leben zu führen, dass uns von Leid befreien kann.

Asanas, die körperlichen Übungen, sind die dritte Stufe dieses Weges. 

Heute wollen wir uns die zwei Stufen vor Asana anschauen.

Stufe 1 – Yama

Yama sind die Regeln im Umgang mit der Umwelt/dem Umfeld. Ohne Yamas ist ein Zusammenleben nicht möglich.

  1. Ahimsa – Nicht verletzen/Gewaltlosigkeit: Ahimsa ist ein Grundpfeiler des Yoga. Ohne Ahimsa kommen wir defintiv nicht weiter auf dem Weg. Gewaltlosigkeit in Gedanken, Worten und Taten macht uns zu liebevolleren Menschen und sorgt dafür, dass wir kein Karma anhäufen, dass uns wie ein Boomerang verfolgt. Es ist keine einfache Praxis Ahimsa in unserem Leben zu kultivieren, denn die Welt in der wir Leben ist so komplex, dass wir gar nicht in Gänze nachvollziehen können, inwieweit unsere Handlungen verletzend sein können. Wir brauchen hier also unseren gesunden Menschenverstand. So wie wir es als Menschen schon im- mer getan haben, nämlich uns die Erde auf der wir leben zum Untertan zu machen, ist aber gewiss kein Ausdruck von Ahimsa. Würden alle Menschen sich in Ahimsa üben, so kannst du dir vorstellen, wäre das Leben auf Erden schon ziemlich nahe am Paradies.
  2. Satya – Aufrichtigkeit/Wahrhaftigkeit: Sich selbst und anderen gegenüber ehrlich sein, nicht lügen, echt sein. Satya und Ahimsa können sich hier gegenüberstehen – wenn Ehrlichkeit potentiell Schmerz verursachen kann, ist Vorsicht geboten. 
  3. Asteya – Nicht Stehlen: Nicht stehlen im wörtlichen Sinne, aber auch nicht haben wollen was andere haben, nicht missgünstig sein. Letztlich kommen wir ohnehin ohne Besitz zur Welt und verlassen sie genauso wieder. Und wer immer das Gefühl hat zu wenig zu haben, wird niemals Ruhe im Geist finden können.
  4. Brahmacharya – Leben im Bewusstsein des Brahma (das Absolute, die Quelle): Wörtlich übersetzt heisst Brahmacharya „der Weg zu Brahma“. Brahma ist „größer als das Größte“, also die Absolute Wirklichkeit oder Gott oder Purusa. Oft wird es auch als keine Maßlosigkeit oder Zügelung übersetzt dh. Raga (Haben Wollen) muss im Zaum gehalten werden. Die häufigste Auslegung von Brahmacharya ist oder war die sexuelle Enthaltsamkeit. Die sexuelle Energie ist sehr mächtig und gehört zu unseren Ur-Trieben. Ein achtloser Umgang mit ihr bringt Menschen dazu Straftaten zu begehen. Und da landen wir ganz schnell wieder bei Ahimsa. Gewaltlosigkeit steht über allem. Ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Sexualität gehört also auch dazu gewaltloser zu leben.
  5. Aparigraha – Nicht greifen: Grah bedeutet greifen. Greifen und nicht loslassen bedeutet Raffen. Es begegnet uns hier also das nicht festhalten, loslassen oder auch Vairagya. Weitere Übersetzungen sind nicht horten und nicht anhaften. Alles meint das gleiche, wer krampfhaft festhält, hat etwas zu verlieren und etwas zu verlieren, ist mit Schmerz verbunden. 

Die Yamas haben universelle Gültigkeit und sind unabhängig von Ort, Zeit, Status etc.

Stufe 2 – Niyama

Niyama sind die Regeln im Umgang mit uns selbst. „Ohne Niyamas hält man es schwerlich mit sich selbst aus.“ (Ralph Skuban)

  1. Sauca – Reinheit: Reinheit sollte auf allen Ebenen bestehen – im Außen wie im Innern. Also reinigen wir unseren Körper nicht nur von außen mit Wasser und Seife, sondern auch von Innen mit Hilfe unserer Ernährung und verschiedenen Reinigungspraktiken den sogenannten Kriyas. Auch Asana und Pranayama kann man zu den inneren Reinigungstechniken zählen. Asana hält unseren Körper beweglich und stark, Twists sind beispielsweise Haltungen mit Detox Wirkung und alle Atemtechniken reinigen die feinstofflichen Energiekanäle (Nadis) damit Prana (Lebensenergie) frei fließen kann. Auch die geistige Nahrung dürfen wir nicht vergessen. Reizüberflutung führt zu innerer Unruhe.
  2. Santosha – Zufriedenheit: Santosha ist eng verknüpft mit Aparigraha. Das nicht horten und ständig mehr wollen, ist etwas was in unserer konsum gesteuerten Welt schwer fällt. „Zufriedenheit ist der Ruhezustand zwischen zwei Wünschen“ – eigentlich kennen wir diesen Zustand schon sehr gut.
  3. Tapas – Disziplin: Reinigende und stärkende Übungen der konkreten Übungspraxis. Hier ergibt sich ganz logisch eine Verbindung mit Sauca (Reinheit). Innere Widerstände zu überwinden ist nicht einfach und bedarf einiger Anstrengung. Um die Praxis immer wieder aufzunehmen, das Unbequeme das mit ihr einhergeht zu tolerieren, auf das was ihr hinderlich ist zu verzichten, bedarf es Tapas.
  4. Svadhyaya – Selbststudium: Streng ausgelegt ist Svadhyaya das philosophische Fundament der Praxis durch das studieren der Schriften und sozusagen heilsame Nahrung für den Geist. Die Schriften bieten Antworten und Inspiration. Sie richten den Geist auf die innere Arbeit aus. Svadhyaya ermöglicht es uns selbst kennenzulernen und ebnet so den Weg fürs Loslassen.
  5. Ishvarah Pranidhana – Hingabe: Ein wahrer Shortcut zur Erleuchtung kann die Hingabe sein. Beispiele hierfür sind das Rezitieren von Mantra, achtsame Rituale oder auch Karma Yoga, das konkrete, selbstlose Handeln zum Wohle anderer. Hingabe ist ein Ausdruck des Vertrauens und der bedingungslosen Liebe. Hingabe kann uns ein Gefühl von innerem Reichtum und Glückseligkeit bescheren und unsere Ego-Identität löst sich damit Stück für Stück auf.

Wenn wir uns in den Yamas und Niyamas üben, werden wir ganz unweigerlich ein befreiteres und einfacheres Leben führen. Wir lassen weg, was es nicht braucht, was uns schwer macht und was den Umgang mit anderen schwer macht. 

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Was ist Karma?

Wenn wir von Karma sprechen, müssen wir zunächst einmal anerkennen, dass es Reinkarnation (Wiedergeburt) gibt. 

Krishna sagt in der Bhagavad Gita, dass jedes Wesen mit einem Körper Kindheit, Jugend und Alter durchlebt und nach dem körperlichen Tod, wenn es Zeit ist auch wieder einen neuen Körper annimmt. Er sagt dies mit absoluter Selbstverständlichkeit und betont, dass kein intelligenter Mensch das bezweifelt.

Aber was genau ist nun Karma? 

Karma kommt von der Wurzel kr und bedeutet handeln. Es ist das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung. Wenn du z.B. einen Gegenstand in die Luft wirfst, muss er auch wieder runterfallen.

Jede Handlung hat somit eine Folge, manchmal früher oder erst später. Man kann sich Karma auch wie einen Samen den man sät vorstellen, früher oder später wird er Früchte tragen. Alles was in vorangegangen Leben gefühlt, gedacht, getan oder erfahren wurde, ist in unserem individuellen Geist gespeichert. Das nennt man dann Karmasya – das Karmagefäß. Dieses Karmagefäß nehmen wir wie einen Rucksack immer mit, auch von Leben zu Leben.

Karma ist also unausweichlich, was wir in der Vergangenheit gesät haben, werden wir irgendwann ernten müssen. Wir befinden uns also in einem ständigen Kreislauf von Geburt und Tod. Dieser Kreislauf wird Samsara genannt.

Man unterscheidet zwischen 3 Arten von Karma:

1. Prarabda Karma: Die gesäten Samen kommen in diesem Leben zur Reife. 

2. Sanchitta Karma: Die Samen kommen in einem künftigen Leben zur Reife. 

3. Agami Karma: Jetzt gesäte Samen, die in der Zukunft zur Reife gelangen.

Karma soll eingerichtet worden sein, um uns dazu zu bewegen aus unserem Handeln zu lernen. Das bedeutet auch, dass wir unseres eigenen Glückes Schmied sind. Auf einer einfachen, relativ unmittelbaren Ebene ist das Konzept des Karmas nachvollziehbar – wir ernten was wir säen. 

Aber Karma ist noch so viel mehr. Was wir an Karma in einem vorherigen Leben angesammelt haben, wird uns in diesem Leben beschäftigen. Was wir aktuell tun, wird uns in einem zukünftigen Leben beschäftigen. Erst wenn wir uns von allen Anhaftungen befreit haben, können wir das Karmagefäß entleeren ohne weiteren Inhalt durch unsere Handlungen hineinzugeben. 

Das klingt zunächst mal abschreckend und aussichtslos, denn keiner von uns weiß wie viele Leben wir schon durchlaufen haben und wieviel in diesem Gefäß eigentlich drin ist. Vielleicht bezweifeln wir auch, dass es Wiedergeburt überhaupt gibt. 

Das macht jedoch alles gar nichts, wenn wir Karma aus einer etwas einfacheren Sichtweise betrachten:

Was alle Lebewesen gemeinsam haben, ist der Wunsch glücklich und frei zu sein – auch wenn das für jedes Wesen vielleicht etwas anderes bedeutet. Wenn wir unser Leben danach ausrichten, diesen Wunsch zu erfüllen, kommen wir gar nicht drum herum unsere Gedanken, Worte und Taten auf den Prüfstand zu stellen und das hinter uns zu lassen, was uns schwer macht. Wenn wir diesen Weg einschlagen, werden Stück für Stück zu guten Menschen. Das ist es was wir in unserem Kern schon immer sind – in bedingungsloser Liebe verbunden mit allem was ist.

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Metta Meditation

Jeder kennt’s, jeder hat sie – die negativen Gedanken und Gefühle. Manchmal kommen diese Gedanken und Gefühle aus unserem Inneren, wie z.B. mangelnder Selbstwert, das Gefühl nicht genug zu sein usw. Auch die Interaktion mit anderen Menschen kann der Auslöser dieser Gedanken sein, vor allem wenn wir uns nicht gesehen oder verstanden fühlen.

Die buddhistische Metta Meditation kann eine wunderbare Antwort auf die Frage “wie komme ich da wieder raus?” sein. Metta bedeutet liebevolle Güte, das yogische Äquivalent dazu ist Maitri. In der Metta Meditation kultivierst du positive, liebevolle Gedanken gegenüber dir selbst und anderen. Wir überschreiben sozusagen unsere negativen Gedanken mit positiven und trainieren so unsere Fähigkeit mitfühlend und gütig zu sein – uns uns anderen gegenüber. Somit ist die Metta Meditation, wird sie regelmäßig praktiziert, ein echter Allrounder!

Hier eine kleine Anleitung:

  1. Finde einen aufrechten, bequemen Sitz
  2. Schließe deine Augen und beobachte für den Anfang einfach nur deine natürliche Ein- & Ausatmung
  3. Beginne mit dir selbst, in dem du dir dein eigenes Bild vor dein inneres Auge holst und wiederhole folgende Sätze im Geiste ein paar Mal: 

Möge es mir gut gehen.
Möge ich glücklich sein.
Möge ich frei sein von Leid.

  1. Finde eine Person die dir nahesteht und für die du nur das Beste willst und wiederhole die gleichen Sätze mit “Du”
  2. Finde eine neutrale Person, eine Person zu der du keine besondere Beziehung hast und wiederhole diese Sätze.
  3. Finde eine Person mit der du ein schwieriges Verhältnis hast und wiederhole deine Sätze für diese Person.
  4. Dann beginne den Personenkreis langsam zu erweitern, von deiner Straße, zu deinem Stadtteil, zur ganzen Stadt, Land, usw. und inkludiere alle Lebewesen in deine positiven Wünsche.

Wir können nicht beeinflussen, wie andere mit uns umgehen, aber wir können sehr wohl beeinflussen wie wir darauf reagieren. Liebevolle Güte kann ganz schnell die Spannung aus einer verfahrenen Situation heraus nehmen, allerdings müssen wir das zunächst mal üben.

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Ansteckende Dankbarkeit

Hab ich gut lachen?
Puuh, schwere Frage. Eigentlich nein! Wie alle habe ich keine Ahnung wohin wir uns bewegen. Wie sich was entwickelt. Wo steht das Studio in ein paar Monaten? Wo stehen wir privat in ein paar Monaten? Kind Nummer drei wird bald da sein. Die Freude auf den Zwerg ist natürlich riesig, das i-Tüpfelchen unserer Familie, aber die Sorge ob trotz Krise alles für uns passt ist da. Und das wird sicherlich auch noch eine Weile bleiben.
Warum dann dieses Lachbild?
Ein Lachbild, weil es trotz allem Negativem auch viel Positives gibt. Sehr viel sogar! Das ich die Solidarität unter uns allen super finde, habe ich inzwischen schon oft genug betont.
Ich habe das Gefühl ziemlich entspannt zu sein. Entspannt trotz Sorge. Das geht! Nein, das ist keine Resignation. Ich meine tatsächlich entspannt. “Go with the Flow” ist mehr denn je die Devise, die mich jeden Morgen aufs neue Aufstehen lässt, positiv in den Tag schauen lässt und die Laune oben hält.
Sorgen und Nöte können Hindernisse sein und lahm legen. Je nach Einstellung und Gefühl, können sie aber auch antreiben, kreativ machen und Chancen aufdecken, über die wir sonst blind hinweg gestolpert wären.
Ich bin unglaublich dankbar darüber, dass ich so denken kann. So denken darf! Denn das ist, wie jeder von uns sicherlich schon mitbekommen hat, nicht alltäglich. Wenn es dir genauso geht, dann nimm dir bitte Zeit um dich und diese wunderbare Eigenschaft zumindest für einen Moment zu schätzen. Und dann, trag diese Wertschätzung dir selbst gegenüber nach aussen und stecke damit andere an. Positive Gefühle und eine bejahende Einstellung können ernstgemeint nämlich auch hochansteckend sein. Ausnahmsweise ein Virus, der nichts lahm legt, sondern ein Lachen auf unser Gesicht zaubert.

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Perfektion vs. Ehrlichkeit

#fuermehrrealitaetaufinstagram
Diesen Hashtag kennt ihr, oder?
Ich würde mal sagen #fuermehrrealitaetimleben
Auf die Frage wie es dir geht, antwortest du mit „super“ – die Wahrheit lautet „bescheiden“.
Die fühlst dich unwohl, bist mit dir und deiner Situation unzufrieden, nach Außen gibst du die Grinsekatze. Dein Geldbeutel ist gerade eher spärlich gefüllt, im Restaurant bestellst du den teuersten Wein. Du postest tiefgründige Statements, hast aber eigentlich keinen Bezug zu Philosophie oder der Frage nach dem Sinn des Lebens. Du propagierst den Umweltschutz aber das 2 stündige Konzert in Berlin ist halt schon toll…

Jeder von uns kennt das doch! Und jeder kann sich in diese Aufzählung einreihen!
Ich finde das völlig ok, denn niemand ist perfekt. Wir lernen doch alle. Wir lernen konsequent zu sein, wir verinnerlichen einen Weg bis es irgendwann keine Alternative mehr gibt weil wir angekommen sind. Aber das dauert! Und das ist gut so. Warum meinen wir manchmal etwas vorgeben zu müssen? Können wir es uns nicht eingestehen auf dem Weg zu sein bzw. im Lernprozess zu sein – und das mittendrin? Sei ehrlich zu dir! Freu dich auf deinen Weg, über einen Schritt vor und zwei zurück. Und freu dich auf diese vielen anderen Themen und Menschen, die du dort triffst. Alle sind auf dem gleichen Weg. Und weißt du was das Ziel des Weges ist? Es ist die glückliche Gelassenheit! Und der Start des Weges? Die Perfektion von der wir uns immer weiter wegbewegen dürfen! Schön, oder?

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Be here now!

“Wie gehts?” – “Wie läufts”?

Hört ihr das gerade auch viel öfter als früher? Die Situation lässt diese Fragen natürlich viel häufiger zu, denn das Leben dreht sich gerade so schnell wie nie zuvor. Was heut ist, ist morgen vielleicht schon nicht mehr. Jeden Tag eine neue Situation, der wir uns anpassen müssen. Ist die Krise überstanden, dürfen wir uns zurecht “Weltmeister der Adaption” nennen. Mache von uns tragen diesen Titel inzwischen gerne und freuen sich über ihre neu erlangte Fähigkeit sich einlassen zu können, sich anpassen zu können und das ohne sich selbst dabei untreu zu werden. Es geht ja schließlich nicht darum sich zu verbiegen! 

Andere tragen ihn eher gezwungenermaßen. Über ihren Köpfen schweben große Fragezeichen und Ausrufezeichen. Die Angst hinter dem Ungewissen einfach zu groß ist. Woher resultiert diese Angst? Wurde eine Pandemie schon mal am eigenen Leibe durchlebt? Wurden die Folgen schon mal durchlebt (noch sind wir mittendrin und kennen die Auswirkungen in Gänze noch nicht)? Wenn ja, wäre die Angst, die hemmt und vielleicht verzweifeln lässt durchaus verständlich. Das Gute daran: diese Erfahrung liegt in der Vergangenheit. Sie WAR. Sie IST nicht! Denn wir leben JETZT. Setzen wir uns mit der Gegenwart auseinander, können Befürchtungen, die aus Erfahrungen resultieren, bei Seite geschoben werden. Das Sorgenpaket auf unseren Schultern wird kleiner. Die Zukunft, das große Fragezeichen, ist eine Fiktion, die wir uns aufgrund unserer Prägung und Erfahrung selbst gestalten. Sie ist für uns eine Vorstellung in unseren Köpfen. Jeder hat seine eigene Idee davon. Manche Ideen werden sich bewahrheiten, manche liegen komplett daneben. Wir wissen es einfach nicht wie sich die Dinge entwicklen werden. Warum also sollten wir uns in Angst versetzen lassen?

Atha yoga anushasanam (Yoga Sutra I.1) – Be here now!

Wir wünschen euch viel Gelassenheit und einen Kalender, der euch immer nur den heutigen Tag anzeigt. Genießt ihn!

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Sei ehrlich zu Dir selbst!

Corona Sommer 2020. Wolltet ihr eigentlich auch in Urlaub fahren und habt jetzt storniert? Oder wurde er vielleicht sogar storniert?

“Ach, wäre wahrscheinlich eh nicht so schön gewesen!“

„Zuhause bleiben ist doch viel billiger”

Ja, das ist es! Aber was es vor allem ist: ärgerlich und saublöd!

Klar, wären wir super gern in Urlaub gefahren (ohne Corona natürlich). Klar, könnten wir uns sehr gut am Strand mit einem monströsen Eis in der Hand vorstellen!

Wenn es mal nicht so läuft wie geplant, hat unser Hirn schnell Plan B zur Hand: das Schönreden! Vermeintlich unschöne Situationen werden schnell rationell erklärt um unseren Emotionen keinen Raum zu geben. Ein Schutzmechanismus, mit dem Ziel an unseren Glaubenssätzen fest zu halten. Glaubenssätze, die durch Prägungen und Erfahrungen definiert wurden und uns weismachen, das es absolut nicht okay ist mal richtig sauer zu sein. Emotionen zu zeigen ist nicht gut! Angepasstheit ist Trumpf! 

Dabei führt das Schönreden, die sachliche Erklärung, eigentlich zu nichts anderem als einer kleinen Lüge uns selbst gegenüber. Denn im tiefsten Inneren wissen wir, das wir eigentlich stinksauer sind. 

Dabei sind Emotionen ein wichtiges Werkzeug, das uns lenkt und uns zeigt wenn zB eine Grenze überschritten wurde (Wut), eine kleine Wunde in unserem Inneren entstanden ist (Traurigkeit). Emotionen zu übergehen und zu unterdrücken führt dazu, das diese Wunde nicht geschlossen werden kann. Emotionen wollen angenommen und gespürt werden – dafür sind sie da!

Leichter gesagt als getan, denn von alten Denk- und Verhaltens-Mustern lassen wir nur sehr ungern los. 

Ich möchte euch dazu einladen, das nächste mal, wenn ihr in einer Situation seid, die euch so absolut nicht schmeckt, bewusst in euren Körper spürt. Gibt es da vielleicht eine Enge, ein komisches Gefühl? Könnte das eine unterdrückte Emotion sein, die sich über unseren Körper äußert?

Wenn ja, versuch sie anzunehmen. Akzeptiere sie, lasse sie zu und lasse sie raus. Und siehe da, sie wird sich bei dir dafür bedanken das sie kommen durfte und danach friedlich wieder gehen!

Und vielleicht schmeckt, nach einem lautem „Sch…“ dein riesengroßes Eis ja auch zuhause ganz gut!

Für mehr Ehrlichkeit dir selbst gegenüber!