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Achtsamer Handy Konsum

Im Schnitt nutzen wir unser Handy 4-5 Stunden am Tag. Unser Handy ist dabei Büro, Supermarkt, Assistenz und Kaffeetreff-Ersatz in einem. Vor allem aber ist es ein Zeitfresser und eine Flucht aus dem Alltag.

Den Großteil der 4-stündigen Nutzung verbringen wir in den sozialen Medien. Planloser Voyorismus, Langeweile und Gewohnheit ist dabei unser Motor. Instagram ist dabei ganz vorne dabei. Hast du dein Handy aus beruflichen oder organisatorischen Gründen in der Hand, ist der Klick ins soziale Netz nicht mehr weit.

Soziale Medien hatten ursprünglich die Idee uns mit Freunden zu vernetzen und Distanzezu überwinden. Inzwischen liegt der überwiegende Teil der Nutzung im gewerblichen und selbstdarstellenden Bereich. Die Distanz wird dadurch nicht überwunden sondern größer – vor allem die Distanz zu uns selbst.

Zweifel, Ängste, Vergleiche können das Resultat sein.

Ergebnisse, die aus einem unachtsamen Umgang mit den sozialen Netzen entstehen und zur Unzufriedenheit beitragen. Die wenigsten von uns ziehen daraus Konsequenzen sondern bleiben der Blase dennoch treu.

Was kannst du tun?

Sein achtsam und stelle dir folgende Fragen:

  • Wann nimmst du dein Handy in die Hand?
  • Nimmst du es aus Gewohnheit oder weil du es tatsächlich brauchst?
  • Was schaust du dir auf deinem Handy an?
  • Warum gehst du in soziale Netzwerke?
  • Was empfindest du nach der Nutzung sozialer Netzwerken?

Wenn du rückblickend das Gefühl hast, dass der Griff zum Handy umsonst war, viel Zeit beansprucht und vielleicht sogar negative Empfindungen hinterlässt, solltest du dein Verhalten überdenken!

Plane dir täglich 1-2 Slots ein, die du für eine begrenzte Dauer soziale Netzwerke nutzen möchtest. Wenn deine Hand ausserhalb dieser Zeitspanne zum Handy greift, spüre in dich hinein und hinterfrage ob das jetzt notwendig ist.

Lasse so aus deinem Autopiloten eine bewusste Handlung werden , die gesund ist und dir kein negatives Empfinden oder Stress hinterlässt. So kannst du den Konsum geniesen und ihn wieder für das nutzen für das er da ist!

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Achtsam Entscheidungen treffen

Emotionen beeinflussen uns extrem. Studien belegen, dass wir unter Ärger riskantere Entscheidungen treffen. Frage dich bei deiner nächsten Entscheidung, ob deine Emotion dich leitet oder ob die Entscheidung aus dir selbst kommt.

Der Sunk Cost Effect ist die Tendenz einer Handlungen zu folgen, weil wir bereits Zeit oder Geld dafür investiert haben. Ist dies der Fall, wird unsere Entscheidung beeinflusst und ist somit nicht frei.

Studien zeigen, dass der emotionale Höheunkt eines Erlebnisses oft über ein gesamtes Erlebnis entscheidet. Folge-Entscheidungen sind von dieser Verallgemeinerung betroffen. als Beispiel: Ärger mit dem Ferienhaus –> der Urlaub war nicht so schön!

Um frei in eine Entscheidungsfindung zu gehen, meditiere oder fokussiere dich. Sei achtsam, löse dich von Prägungen und achte nur auf dich! Thy way out, is in.

Beantworte dir diese Fragen bei deiner Entscheidungsfindung:

  • Was ist mein Ziel? Passt diese Entscheidung zu mir?
  • Brauche ich diese Sache wirklich bzw möchte ich diese Entscheidung wirklich treffen?
  • Verpasse ich etwas , wenn ich die Entscheidung nicht treffe?
  • Möchte ich mich wirklich entscheiden oder verlangt das jeamnd anderes von mir?
  • Welche Impulse und Gefühle habe ich beim Gedanken an die verschiedenen Optionen?

Der achtsame Entscheidungsfindungsprozess:

  • Stelle sicher, dass du dich wirklich entscheiden möchtest!
  • Lege alle Entscheidungshilfen auf den Tisch. Sei dabei kreativ , offen, frei. Alles darf dir dabei helfen.
  • Wäge ab. Frei von jeglichen Prägungen.
  • Enscheide. Sei mutig, folge deiner Intuition.

Gewinne durch Selbstvertrauen und Erfahrung. Eine Entscheidung darf rückblickend auch mal falsch getroffen werden. Frage immer erst dich, bevor du andere fragst. Die Bedenken der Anderen sollen nicht zu deinen Bedenken werden. Bleibe achtsame und frei.

Studien belegen, dass achtsame Menschen die ethisch wertvolleren Entscheidungen treffen, da das Bewusstsein für sich und andere größer ist.

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Achtsam gegen Stress

Körperliche Stressreaktionen sind sinnvoll. Sie sind Schutzreaktionen des Körpers, die uns auf den Kampf oder die Flucht vorbereiten. Der Körper fährt Funktionen, die wir im Kampf nicht brauchen, runter und andere hoch. Zu Zeiten des Säbelzahntigers war das überlebenswichtig!

Stress versetzt uns in einen Tunnelblick. Wir fokussieren uns auf den Stressfaktor und schalten alles andere aus. Ein Grund, warum wir oft keinen klaren Gedanken im Stress fassen können.

Haben wir zu oft Stress, ist es schädlich für uns. Der Körper gibt dir Zeichen wenn es zu viel wird. Höre auf diese Zeichen und spüre in dich rein.

Wenn dein Körper reagiert zB durch Herzklopfen, Enge im Brustraum etc nimm es wahr. Nimm das Gefühl dahinter wahr. Dein Gefühl möchte von dir gesehen werden. Erst dann wird die körperliche Reaktion dahinter gehen.

Stress kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden: Zu wenig Zeit, zu viel zu tun. Emotionaler Stress. Externe Themen, die wir zu sehr an uns ranlassen. Wie kannst du diesen Stress vermeiden?

  • Selbstmitgefühl: Habe Mitgefühl mit dir selbst. Behandle dich so wie du deine Liebsten behandelst.
  • Verlange nicht zu viel von dir. Weg mit dem Perfektionismus. Weg mit überzogenen Vorstellungen. Weg mit all den Rollen, denen du gerne gerecht werden möchtest. Es gibt nur eune Rolle: Deine!
  • Vergleiche dich nicht! Dich gibt es nur 1 Mal! Du bist einzigartig. Du bist perfekt – so wie du bist! Hör auf anderen nachzueifern. Vergleiche dich nicht! Schönheitswahn, Diäten, Perfektionismus machen dich nicht glücklich. Nur du allein kanst dich glücklich machen!
  • Wenn es besonders stressig ist, mache genau dann eine Pause! Pausen, Yoga, Meditation etc brauchst du am meisten wenn du überhaupt keine Zeit dafür hast!
  • „Warum mache ich das alles?“ Stelle dir immer wieder die Frage deiner Motivation. Deine Situation wurde in der Regel bewusst von dir gewählt.
  • Schaffe Distanz. Nicht alle Emotionalen Themen in deinem Umfeld sind deine Themen. Lasse nicht alles an dich ran! Denke dir eine Glasscheibe zwischen dir und dem Thema. Du siehst es aber es frisst dich nicht auf!
  • Mach etwas, das dich glücklich macht. Wann hast du zuletzt etwas getan das dich so richtig glücklich gemacht hat? Mindestens ein mal am Tag solltest du dir ein kleines Highlight gönnen. Wenn auch nur kurz.
  • Sein dankbar und reflektiere. Überlege dir jeden Abend wie der Tag war und für was du dankbar bist. Das verändert deinen Blickwinkel. Es sind oft die kleinen Dinge. Notiere sie! Du siehst deine Freunde nicht? Hey, sie sind trotzdem da. Ruf sie an! Deine Kinder nerven? Hey, sie sind gesund! Deine Wohnung ist ein Chaos? Hey, du hast ein Dach über dem Kopf. Letztlich ist es alles eine Frage des Blickwinkels.
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Achtsam gegen die Einsamkeit

Einsamkeit bedeutet nicht alleine sein! Einsamkeit ist subjektiv dh ein kognitives Gefühl. Ein gedachtes Gefühl, das in unserem Kopf entsteht. Es beschreibt die Diskrepanz zwischen der gewünschten und gefühlten Verbundenheit mit anderen.

Einsamkeit und Schmerz aktivieren in unserem Gehirn die selben Areale. Beides ist für uns soziale Wesen eine Schutzfunktion des Körpers: „Achtung, du begibst dich in Gefahr (wenn du alleine bist).“

Oft fühlen wir uns einsam obwohl wir eine liebende Familie und Freunde haben. Schau dir dein Gefühl genau an. Wie als wäre sie ein Gegenstand, den du betrachtest.

Wie sieht dabei dein innerer Dialog aus? Hast du keine Zeit für soziale Kontakte? Bist du oft mit Menschen zusammen, die dir nicht gut tun und du fühlst dich trotz ihrer Gesellschaft alleine? Willst du vielleicht einfach nicht mit dir alleine sein?

Was könntest du tun?

  1. Du brauchst positive Emotionen! Tu Gutes!
  2. Schreibe einen lieben Brief, verschicke ein Care Paket, ruf jemanden an
  3. Kümmere dich um andere
  4. Mache etwas gemeinsam mit einem Freund zB (online) kochen

Nur weil du deine Lieben im Lockdown gerade nicht sehen kannst, heißt das nicht das sie nicht da sind.

Mache dir klar: Einsamkeit tut weh aber einen großen Teil haben wir oft selbst in der Hand!

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Achtsam wütend sein

Wut ist wichtig. Sie zeigt, dass unsere Grenze überschritten und unser Bedürfniss nicht erfüllt wurde.

Du reagierst auf die immer gleichen Trigger? Nimm sie wahr und lerne deine Veraltensmuster kennen.

Wut ist sehr körpelich. Bewege dich und kümmere dich um dich selbst. Lass die Energie aus deinem Körper. Mach Sport, mache Yoga!

Wenn du richtig sauer bist. Unterbreche den Kontakt zur Wutquelle. Wut braucht Nahrung. Entziehe sie ihr.

Wut ist eine Sekundäremotion. Sie überlagert oft eine andere Primäremotion zB Angst oder Schuldgefühle. Spüre in deine Emotion um herauszufinden was der wahre Grund für deine Wut ist.

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Jessica Kelekovic

Ich blogge und schreibe sehr gerne. Doch als Maja mich fragte, ob ich etwas für ihre Story schreiben möchte, war ich sehr überrascht.

Tja, jetzt sitze ich hier und überlege, wo und wie ich anfangen könnte.

Hmmmm….

Wie wär´s denn hiermit?

Schau mir in die Augen Kleines!!!

Wie ich auf diesen Satz komme? Wollen wir den ersten Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen, geschieht dies hauptsächlich über die Augen. Die Augen sind der Spiegel unserer Seele, so sagt man. Jetzt versuch dir vorzustellen, man würde dir dein Augenlicht großteilig wegnehmen und du wärest auf all deine anderen Sinne angewiesen.

Wie klingt das für dich?

Die Frage, die ich von daher am meisten gestellt bekomme, wenn ich erzähle, dass ich mit einem Sehvermögen von 3-5 % durch die Gegend springe ist: Hast du das seit Geburt? Ja, das habe ich.

Besonders interessant finde ich, dass die Meisten glauben, es wäre einfacher, weil man es nicht anders kennt. Ja, das stimmt, ich kenne es nicht anders. Aber deshalb ist es noch lange nicht leichter. Aus eigener Erfahrung muss ich an dieser Stelle ganz klar sagen, dass es oft die Gesellschaft ist, die aus Unwissenheit und Angst einem schon in der Kindheit zeigt, dass man „angeblich“ anders ist.

Kommt man, wie ich, mit einer starken Seheinschränkung auf die Welt, geht es gleich los: Nein, du kannst kein Fahrrad oder Inline Skates fahren. Nein, du brauchst auf dem Volksfest nicht an einem Stand werfen, denn du siehst ja nicht, wo du hinwerfen musst. Nein, du brauchst keine Malsachen, denn du siehst doch die Farben nicht. All das waren Argumente aus der Familie, als meine Mutter mir ein Fahrrad, Inline Skates und ein Malbuch gekauft hatte oder mich hat auf dem Volksfest Dosen werfen lassen. Ich möchte nicht wissen, was sie für ein dickes Fell gebraucht hat, um mir mit solchen Entscheidungen eine „normale“ Kindheit zu ermöglichen, in der ich mich, wie alle anderen auch, ausprobieren konnte.

Da folgte schon das Schulalter. Eine Zeit, in der man regulär fernab der Familie und, ich nenne es mal, der normalen Gesellschaft, auf einer Sonderschule für blinde und sehbehinderte Kinder/Jugendliche in einem Internat aufwächst. Ab diesem Zeitpunkt wird einem bis ins Teenageralter von Betreuern gesagt, was angeblich funktioniert und was nicht. Weiter geht es bei der Wahl des Berufs, bei der oft die Arbeitsagentur die Finger im Spiel hat und bestimmt, wo der Weg hingeht. Noch dazu wird einem erzählt, dass das Inklusionsgesetz alles regelt. Doch die Realität sieht am Ende leider ganz anders aus.

Du merkst, ich könnte fast schon Seiten füllen. Es genügt jedoch zu sagen, dass all diese Erfahrungen mich irgendwann an einen Punkt gebracht haben, an dem ich eine Entscheidung treffen musste. Lasse ich es weiter zu, dass andere über mein Leben bestimmen? Lasse ich es zu, dass mir andere sagen, was ich kann und was nicht. Nun, ich habe meine Entscheidung getroffen.

Entgegen vieler Skeptiker habe ich vor ein paar Jahren mit meiner Ausbildung zur Pilates- und später zur Yogalehrerin das erste Mal einen Weg eingeschlagen, den wirklich ich vom Herzen gehen wollte und nicht einen Weg, zu dem ich hingedrängt wurde.

Was ging mir die Düse, als ich meine erste Stunde vertreten habe. Am Anfang war ich mir ja selbst noch unsicher, wie ich das schaffen würde. Als ich dann den Raum betrat, habe ich mich einfach von meinem Feingefühl für die Menschen um mich herum leiten lassen.

Somit ist für mich einer meiner wichtigsten Botschaften, die ich von Yogi zu Yogi weitergeben möchte:

Hör auf Dein Herz! Tu das, was Du tun möchtest und nicht das, was andere sehen wollen. Glaube an Dich und du wirst alles schaffen.

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Katja Seiffert

Yoga und Vertrauen

Als Maja mich gefragt hat, ob ich für September einen Beitrag für ihre foxi Rubrik Stories & Letters schreiben würde, dachte ich im ersten Moment – ok, jetzt muss ich mir was ganz Anspruchsvolles/ Intellektuelles/ Spirituelles einfallen lassen – öhm, naja, wer schon in meinen Stunden war, der weiss, dass ich Themen rund ums Yoga gerne so verpacke, dass sie – ich sag mal – alltagstauglich sind, und das gelingt mir nur dann, wenn ich sie selber verstanden habe und was damit anfangen kann.

So war das Thema dann auch relativ schnell klar für mich – Vertrauen und Hingabe. Fehlendes Vertrauen in mich selbst, das, was ich kann, in Andere, das große Ganze, etwas, das mich definitiv schon immer umtreibt. Zudem bin ich Jemand, der gerne die Kontrolle hat, auch eine Folge von fehlendem Vertrauen. Als Yogini weiss ich mittlerweile natürlich, dass Kontrolle nur Illusion ist, und dennoch, wenn ich zum Beispiel unterwegs bin frage ich mich, läuft Zuhause Alles nach Plan, meinem Plan wohlgemerkt 😉 ? Ich plane gerne lange im Voraus und Umkehrhaltungen sind meine Nemesis, denn ein Kontrolli findet es komisch, wenn die Welt plötzlich kopfsteht. Ich muss mich immer wieder auf meine Basis fokussieren, mein Fundament, meine innere Stabilität.

Dem gegenüber steht allerdings mein Glaube, nicht zwangsweise
der Glaube an einen bestimmten Gott oder eine Religion, aber der feste Glaube daran, dass

da etwas Größeres ist, etwas Tiefgreifenderes, ein (innerer) Zufluchtsort, etwas, das alles Leben verbindet. Im Yoga nennt man das Isvara Pranidhana, die Hingabe an eine höhere Macht, das Leben so wie es gerade ist, mit all seinen Höhen und Tiefen annehmen.
Dabei geht es überhaupt nicht darum, debil grinsend Alles toll zu finden, sondern darum, nicht mit Allem zu hadern, was wir nicht verstehen, nicht ändern und nicht kontrollieren können.

Es geht darum, unser (Ur)-Vertrauen zu stärken, auch um Akzeptanz und Loslassen, um mehr inneren Frieden.

Und gerade in diesen Zeiten, die uns noch deutlicher zeigen, was wir eigentlich eh schon wissen, nämlich dass im Grunde nichts sicher, nichts kontrollierbar und wirklich planbar ist, ist Isvara Pranidhana noch wichtiger für mich geworden, ja, wirklich mein Anker – und dann merke ich, dass da, dank Yoga, doch ganz schön viel tiefes Vertrauen, auch in mich selbst, ist.

Es ist ok, Angst zu haben, sich überfordert und unsicher zu fühlen – gerade jetzt. Umso wichtiger ist es aber, dass wir uns immer wieder auf unseren inneren Kompass besinnen, auf unsere vollkommen individuelle Verbindung zu etwas Größerem.

Die Yogamatte ist dafür ein ganz wunderbarer und sicherer Ort, hier kannst Du all das im Kleinen üben. Herausfordernde Haltungen zum Beispiel stellvertretend für die Herausforderungen im Alltag ansehen – und genau hier dann offen sein für Vertrauen und Hingabe an das, was ist, ausserdem Kontrolle abzugeben und Loszulassen.

In diesem Sinne – vielleicht bis bald auf der Matte <3

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Amuna Schmid

Als Schwarze Frau in Deutschland begleitet dich Rassismus ein Leben lang. Auch wenn es schmerzhaft ist, die alltäglichen Mikroaggressionen sind irgendwann Gewohnheit. Die hohe Präsenz des Themas in den Medien, war die letzten Monate jedoch besonders belastend. Social Media war voll davon und nichts anderes mehr auf meinem Instagram Scroll zu sehen. Einerseits freut mich diese mediale Aufmerksamkeit, denn das gibt Hoffnung auf Veränderung und es ist schön gehört und gesehen zu werden. Andererseits ist es enorm auslaugend die schrecklichen Bilder zu sehen, fürchterliche Kommentare zu lesen und an die eigenen Erfahrungen erinnert zu werden.

Daher ist es, als von Rassismus betroffene Person, essenziell sich selbst etwas Gutes zu tun. Self-care, Selbstfürsorge oder in diesem Fall auch Selbstschutz bekommt eine noch relevantere Bedeutung. Um sich gut um sich selbst zu kümmern, ist es erst einmal sinnvoll, herauszufinden was einem hilft. Für mich persönlich war es wichtig, regelmäßig mein Handy auszuschalten, keine Nachrichten zu lesen und mir Zeit für mich zu nehmen. Meditation hilft mir immer wieder Klarheit zu erlangen. Entweder geführt oder in Stille. Mir persönlich tut das Chanten von Mantras besonders gut. Hierbei kann ich all meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Emotionen nicht zu unterdrücken oder schön zu reden ist so wichtig, denn Gefühle sind dazu da gefühlt zu werden. Auch das Üben von Asanas hilft mir. Dabei kann ich ganz in meinem Körper sein, im Hier und Jetzt. Eine schweißtreibende Yogastunde, ist für mich die einfachste Art die Gedanken zu minimieren. Kraftvolle Körperhaltungen stärken nicht nur meinen Körper, sondern auch meinen Geist. All das tat gut. Am meisten half mir jedoch der Austausch mit anderen Schwarzen Frauen. Sowohl persönlich als auch online. In der Yoga- bzw. Wellnessbranche sind diese aber kaum anzutreffen.

Wenn ich mich in Yogastunden umschaue, bin ich meist die einzige Schwarze Person im Raum. Weder die Schülerinnen, geschweige denn die Lehrerinnen, sehen so aus wie ich. Auch während meiner Yogalehrerinnen-Ausbildung war ich die einzige Schwarze Schülerin, obwohl wir 90 Teilnehmerinnen aus 24 verschiedenen Ländern waren. Auf Social Media folge ich einigen Schwarzen Yoginis, die meisten davon leben in den USA. In Deutschland gibt es schon deutlich weniger und in Stuttgart habe ich bisher keine Lehrer*in gefunden (melde dich gerne bei mir, falls es dich doch gibt, ich würde mich sehr freuen). Woran liegt das? Wieso besteht so ein enormer Mangel an Diversität in der Wellnessbranche? Eigentlich ist es ganz offensichtlich. Schwarze Menschen sind in Magazinen, Social Media, Werbekampagnen und auch Filmen extrem unterrepräsentiert. Und wenn sie repräsentiert werden, dann häufig nur als Nebenfigur. Wenn hauptsächlich weiße, schlanke, extrem flexible Frauen als Yogini abgebildet werden, wieso sollte sich eine Person damit identifizieren, die selbst nicht so aussieht?! Das ist ein grundsätzlicher Mangel an Diversität, der natürlich nicht nur die Hautfarbe betrifft.

Yoga bedeutet Einheit. Um diese Einheit zu erreichen, braucht es Inklusion statt Exklusion. Eine Veränderung in der Yogablase kann nur stattfinden, wenn diese aufgebrochen und Vielfalt aktiv gefördert wird. Der erste Schritt ist, die fehlende Diversität bewusst wahrzunehmen und anzuerkennen. Wir können nichts ändern, von dem wir nichts wissen. Das bedeutet, sich über das Thema zu informieren und nicht davor zurückzuschrecken ist unbedingt notwendig. Der nächste Schritt ist zu überlegen, wie vielfältige Yogalehrerinnen unterstützt werden können. Momentan bieten zahlreiche Lehrerinnen ihre Yogastunden online an. Das ist eine super Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren, ohne weit reisen zu müssen, wenn in der eigenen Umgebung keine Vielfalt an Yogalehrerinnen besteht. Außerdem können Schwarze und andere Lehrerinnen die für Diversität stehen und nicht in derselben Stadt leben, zu Workshops eingeladen werden. Darüber hinaus muss sich das Bild auf Social Media verändern. Wenn diverse Gruppen an Menschen repräsentiert werden, sehen sich potenzielle Schüler*innen in ihnen, und wagen sich eher Yogastunden zu besuchen. Wichtig ist auch, sich zu trauen aktiv zu werden und keine Angst vor Fehlern zu haben. Denn es ist besser, Fehler zu machen, als gar nichts zu tun.

Mein Wunsch ist also, dass wir gemeinsam das Ziel von Yoga erreichen: Einheit. Denn Yoga ist für alle Menschen da und sollte für alle Menschen zugänglich sein. Somit kann Yoga nicht nur mir, sondern vielen anderen Personen beim Umgang mit belastenden und schwierigen Situationen helfen. Ich hoffe, dass auch du aktiv die Diversität in der Yogawelt fördern möchtest und mit mir den Weg in Richtung Einheit gehst.

Als Schwarze Frau in Deutschland begleitet dich Rassismus ein Leben lang. Auch wenn es schmerzhaft ist, die alltäglichen Mikroaggressionen sind irgendwann Gewohnheit. Die hohe Präsenz des Themas in den Medien, war die letzten Monate jedoch besonders belastend. Social Media war voll davon und nichts anderes mehr auf meinem Instagram Scroll zu sehen. Einerseits freut mich diese mediale Aufmerksamkeit, denn das gibt Hoffnung auf Veränderung und es ist schön gehört und gesehen zu werden. Andererseits ist es enorm auslaugend die schrecklichen Bilder zu sehen, fürchterliche Kommentare zu lesen und an die eigenen Erfahrungen erinnert zu werden.

Daher ist es, als von Rassismus betroffene Person, essenziell sich selbst etwas Gutes zu tun. Self-care, Selbstfürsorge oder in diesem Fall auch Selbstschutz bekommt eine noch relevantere Bedeutung. Um sich gut um sich selbst zu kümmern, ist es erst einmal sinnvoll, herauszufinden was einem hilft. Für mich persönlich war es wichtig, regelmäßig mein Handy auszuschalten, keine Nachrichten zu lesen und mir Zeit für mich zu nehmen. Meditation hilft mir immer wieder Klarheit zu erlangen. Entweder geführt oder in Stille. Mir persönlich tut das Chanten von Mantras besonders gut. Hierbei kann ich all meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Emotionen nicht zu unterdrücken oder schön zu reden ist so wichtig, denn Gefühle sind dazu da gefühlt zu werden. Auch das Üben von Asanas hilft mir. Dabei kann ich ganz in meinem Körper sein, im Hier und Jetzt. Eine schweißtreibende Yogastunde, ist für mich die einfachste Art die Gedanken zu minimieren. Kraftvolle Körperhaltungen stärken nicht nur meinen Körper, sondern auch meinen Geist. All das tat gut. Am meisten half mir jedoch der Austausch mit anderen Schwarzen Frauen. Sowohl persönlich als auch online. In der Yoga- bzw. Wellnessbranche sind diese aber kaum anzutreffen.

Wenn ich mich in Yogastunden umschaue, bin ich meist die einzige Schwarze Person im Raum. Weder die Schülerinnen, geschweige denn die Lehrerinnen, sehen so aus wie ich. Auch während meiner Yogalehrerinnen-Ausbildung war ich die einzige Schwarze Schülerin, obwohl wir 90 Teilnehmerinnen aus 24 verschiedenen Ländern waren. Auf Social Media folge ich einigen Schwarzen Yoginis, die meisten davon leben in den USA. In Deutschland gibt es schon deutlich weniger und in Stuttgart habe ich bisher keine Lehrer*in gefunden (melde dich gerne bei mir, falls es dich doch gibt, ich würde mich sehr freuen). Woran liegt das? Wieso besteht so ein enormer Mangel an Diversität in der Wellnessbranche? Eigentlich ist es ganz offensichtlich. Schwarze Menschen sind in Magazinen, Social Media, Werbekampagnen und auch Filmen extrem unterrepräsentiert. Und wenn sie repräsentiert werden, dann häufig nur als Nebenfigur. Wenn hauptsächlich weiße, schlanke, extrem flexible Frauen als Yogini abgebildet werden, wieso sollte sich eine Person damit identifizieren, die selbst nicht so aussieht?! Das ist ein grundsätzlicher Mangel an Diversität, der natürlich nicht nur die Hautfarbe betrifft.

Yoga bedeutet Einheit. Um diese Einheit zu erreichen, braucht es Inklusion statt Exklusion. Eine Veränderung in der Yogablase kann nur stattfinden, wenn diese aufgebrochen und Vielfalt aktiv gefördert wird. Der erste Schritt ist, die fehlende Diversität bewusst wahrzunehmen und anzuerkennen. Wir können nichts ändern, von dem wir nichts wissen. Das bedeutet, sich über das Thema zu informieren und nicht davor zurückzuschrecken ist unbedingt notwendig. Der nächste Schritt ist zu überlegen, wie vielfältige Yogalehrerinnen unterstützt werden können. Momentan bieten zahlreiche Lehrerinnen ihre Yogastunden online an. Das ist eine super Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren, ohne weit reisen zu müssen, wenn in der eigenen Umgebung keine Vielfalt an Yogalehrerinnen besteht. Außerdem können Schwarze und andere Lehrerinnen die für Diversität stehen und nicht in derselben Stadt leben, zu Workshops eingeladen werden. Darüber hinaus muss sich das Bild auf Social Media verändern. Wenn diverse Gruppen an Menschen repräsentiert werden, sehen sich potenzielle Schüler*innen in ihnen, und wagen sich eher Yogastunden zu besuchen. Wichtig ist auch, sich zu trauen aktiv zu werden und keine Angst vor Fehlern zu haben. Denn es ist besser, Fehler zu machen, als gar nichts zu tun.

Mein Wunsch ist also, dass wir gemeinsam das Ziel von Yoga erreichen: Einheit. Denn Yoga ist für alle Menschen da und sollte für alle Menschen zugänglich sein. Somit kann Yoga nicht nur mir, sondern vielen anderen Personen beim Umgang mit belastenden und schwierigen Situationen helfen. Ich hoffe, dass auch du aktiv die Diversität in der Yogawelt fördern möchtest und mit mir den Weg in Richtung Einheit gehst.

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Ansteckende Dankbarkeit

Hab ich gut lachen?
Puuh, schwere Frage. Eigentlich nein! Wie alle habe ich keine Ahnung wohin wir uns bewegen. Wie sich was entwickelt. Wo steht das Studio in ein paar Monaten? Wo stehen wir privat in ein paar Monaten? Kind Nummer drei wird bald da sein. Die Freude auf den Zwerg ist natürlich riesig, das i-Tüpfelchen unserer Familie, aber die Sorge ob trotz Krise alles für uns passt ist da. Und das wird sicherlich auch noch eine Weile bleiben.
Warum dann dieses Lachbild?
Ein Lachbild, weil es trotz allem Negativem auch viel Positives gibt. Sehr viel sogar! Das ich die Solidarität unter uns allen super finde, habe ich inzwischen schon oft genug betont.
Ich habe das Gefühl ziemlich entspannt zu sein. Entspannt trotz Sorge. Das geht! Nein, das ist keine Resignation. Ich meine tatsächlich entspannt. „Go with the Flow“ ist mehr denn je die Devise, die mich jeden Morgen aufs neue Aufstehen lässt, positiv in den Tag schauen lässt und die Laune oben hält.
Sorgen und Nöte können Hindernisse sein und lahm legen. Je nach Einstellung und Gefühl, können sie aber auch antreiben, kreativ machen und Chancen aufdecken, über die wir sonst blind hinweg gestolpert wären.
Ich bin unglaublich dankbar darüber, dass ich so denken kann. So denken darf! Denn das ist, wie jeder von uns sicherlich schon mitbekommen hat, nicht alltäglich. Wenn es dir genauso geht, dann nimm dir bitte Zeit um dich und diese wunderbare Eigenschaft zumindest für einen Moment zu schätzen. Und dann, trag diese Wertschätzung dir selbst gegenüber nach aussen und stecke damit andere an. Positive Gefühle und eine bejahende Einstellung können ernstgemeint nämlich auch hochansteckend sein. Ausnahmsweise ein Virus, der nichts lahm legt, sondern ein Lachen auf unser Gesicht zaubert.

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Perfektion vs. Ehrlichkeit

#fuermehrrealitaetaufinstagram
Diesen Hashtag kennt ihr, oder?
Ich würde mal sagen #fuermehrrealitaetimleben
Auf die Frage wie es dir geht, antwortest du mit „super“ – die Wahrheit lautet „bescheiden“.
Die fühlst dich unwohl, bist mit dir und deiner Situation unzufrieden, nach Außen gibst du die Grinsekatze. Dein Geldbeutel ist gerade eher spärlich gefüllt, im Restaurant bestellst du den teuersten Wein. Du postest tiefgründige Statements, hast aber eigentlich keinen Bezug zu Philosophie oder der Frage nach dem Sinn des Lebens. Du propagierst den Umweltschutz aber das 2 stündige Konzert in Berlin ist halt schon toll…

Jeder von uns kennt das doch! Und jeder kann sich in diese Aufzählung einreihen!
Ich finde das völlig ok, denn niemand ist perfekt. Wir lernen doch alle. Wir lernen konsequent zu sein, wir verinnerlichen einen Weg bis es irgendwann keine Alternative mehr gibt weil wir angekommen sind. Aber das dauert! Und das ist gut so. Warum meinen wir manchmal etwas vorgeben zu müssen? Können wir es uns nicht eingestehen auf dem Weg zu sein bzw. im Lernprozess zu sein – und das mittendrin? Sei ehrlich zu dir! Freu dich auf deinen Weg, über einen Schritt vor und zwei zurück. Und freu dich auf diese vielen anderen Themen und Menschen, die du dort triffst. Alle sind auf dem gleichen Weg. Und weißt du was das Ziel des Weges ist? Es ist die glückliche Gelassenheit! Und der Start des Weges? Die Perfektion von der wir uns immer weiter wegbewegen dürfen! Schön, oder?