Yoga bei Krebs – Achtsamkeit und Resilienz für Betroffene

Bea: Eine Reise zur Yogalehrerin im onkologischen Bereich

Bea hat in ihrem Leben bereits viele unterschiedliche Berufe ausgeübt. Eine Zeit lang arbeitete sie als Krankenschwester auf einer onkologischen Station und erlebte hautnah, wie wichtig eine ganzheitliche Begleitung für Betroffene von Krebs ist. Während ihrer Tätigkeit spürte sie immer wieder das Bedürfnis, ihre Patient:innen auf einer tieferen Ebene zu unterstützen. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch keine Yogalehrerin, praktizierte jedoch bereits selbst Yoga und konnte die wohltuende Wirkung auf Körper und Geist erleben.

Parallel dazu studierte Bea Gesundheitswissenschaften und entschied sich, ihre Thesis über Entspannungsverfahren bei Frauen mit Brustkrebs zu schreiben. Dabei stieß sie auf erste Studien, die die komplementäre Wirkung von Yoga bei Krebs belegten – eine Erkenntnis, die sie faszinierte und bis heute inspiriert. 2018 begann sie ihre Ausbildung zur Yogalehrerin und unterrichtet seitdem Yoga. Ihre Leidenschaft für Yoga bei Krebs vertiefte sie 2022 durch eine Fortbildung bei Gaby Kammler. Heute ist Bea nicht nur als Yogalehrerin tätig, sondern arbeitet auch als Projektmanagerin im Bereich Krebsprävention beim Krebsverband Baden-Württemberg. In Zusammenarbeit mit der Krebsberatungsstelle Stuttgart bietet sie regelmäßig geschlossene Yogakurse und Workshops für Menschen mit Krebserfahrung an.

💗 Leben mit Krebs – Eine Herausforderung für Körper und Seele

Die Diagnose Krebs stellt eine enorme Herausforderung dar, die nicht nur mit körperlichen Veränderungen, sondern auch mit psychischen Belastungen wie Ängsten, Unsicherheiten und Sorgen einhergeht. Zudem sind Nebenwirkungen wie z.B. Fatigue, Schlafstörungen und Schmerzen häufige Begleiterscheinungen der Krebstherapie. Studien zeigen, dass Yoga viele dieser Beschwerden effektiv lindern und die Lebensqualität steigern kann. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass Yoga kein Heilmittel für Krebs ist, sondern als ergänzende Methode in der integrativen Medizin zu betrachten ist.

Krebs ist nicht nur eine körperliche Krankheit, sondern bringt vor allem tiefgreifende emotionale Belastungen mit sich. Ängste, Sorgen um die Zukunft und das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper verloren zu haben, sind häufige Reaktionen. Diese emotionalen Herausforderungen können den Umgang mit der Krankheit erschweren. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Körper, Geist und Seele umfasst, ist für Betroffene hilfreich. Hier kann Yoga die konventionelle Medizin ergänzen.Yoga unterstützt sanft. Yoga ist mehr als nur Bewegung. Yoga verbindet Körper, Geist und Seele und kann Krebsbetroffene auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen:

🪷 Achtsamkeit & Selbstfürsorge: Sich selbst mit Mitgefühl begegnen
Yoga fördert Achtsamkeit, indem es Menschen hilft, bewusst im Moment zu leben und eigene Bedürfnisse aufrichtig wahrzunehmen. Durch gezielte Atemtechniken, wie z.B. der tiefen Bauchatmung und sanften Bewegungsabläufen wird der Körper gestärkt und der Geist beruhigt. Die Praxis der Selbstfürsorge hilft Betroffenen ihren Körper bewusster wahrzunehmen und sich selber freundlicher und wohlwollender zu begegnen. Studien zeigen, dass Yoga die Lebensqualität von Krebspatient:innen verbessern und ihre psychische Gesundheit stärken kann (Hsueh et al., 2021; Zhang et al., 2020).

🛡️ Resilienz stärken: Innerer Halt inmitten der Unsicherheit
Eine regelmäßige Yogapraxis kann die Resilienz stärken – die Fähigkeit, mit Stress und Krisen besser umzugehen. Yoga hilft, das Nervensystem zu beruhigen und das emotionale Gleichgewicht zu stabilisieren, was insbesondere für Menschen mit Krebserfahrung von großer Bedeutung ist. Durch die bewusste Verbindung von Atem und Bewegung können Betroffene lernen, mit den psychischen und physischen Belastungen der Krankheit und der Behandlung gelassener umzugehen. Yoga unterstützt dabei, eine positive Haltung zu entwickeln und die Fähigkeit zu stärken, schwierige Situationen zu meistern, wodurch das emotionale Wohlbefinden gefördert wird.

✨ Selbstwirksamkeit fördern: Innere Stärke durch Nebenwirkungsmanagement aktivieren
Yoga stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit, indem es Menschen mit Krebs ermöglicht, wieder Kontrolle über ihren Körper und ihre Reaktionen zu erlangen. Durch Atemübungen, sanfte Asanas und Meditationstechniken lernen Betroffene, besser mit den Nebenwirkungen ihrer Therapie umzugehen. Insbesondere bei Beschwerden wie Erschöpfung (Fatigue) bietet Yoga eine wertvolle Unterstützung, da es helfen kann, die körperliche Energie (Prana) zu steigern und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Yoga trägt somit nicht nur zur Linderung von körperlichen Symptomen bei, sondern hilft auch, das Vertrauen in die eigenen Kräfte zu stärken und das Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung zurückzugewinnen. Eine Meta-Analyse von 2020 belegt den positiven Effekt von Yoga auf Fatigue sowie die
Lebensqualität bei Brustkrebs-Patientinnen (O’Neill et al., 2020).

„Als Yogalehrerin für Menschen mit Krebs ist es wichtig, den Teilnehmern einen sicheren Raum zu bieten, in dem sie sich auf ihre eigenen Bedürfnisse konzentrieren können. Der Unterricht wird individuell angepasst, da Betroffene unterschiedliche körperliche und emotionale Bedürfnisse haben. Es geht nicht um Leistung, sondern darum, dem Körper das zu geben, was er im Moment braucht.„

Bea Niedoresow, Yogalehrerin für Menschen mit Krebs

⚓️ Yoga als Anker und Weg zu Kraft und Gelassenheit

Yoga ist eine wertvolle Unterstützung für Menschen mit Krebs. Es fördert Achtsamkeit, stärkt die Resilienz und steigert die Selbstwirksamkeit. Darüber hinaus hilft es, Nebenwirkungen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. In Kombination mit konventioneller Medizin und anderen therapeutischen Maßnahmen kann Yoga einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden von Menschen mit Krebs leisten. Durch die Praxis finden Betroffene wieder zu sich selbst, entdecken ihre innere Stärke und erfahren inmitten der Krankheit mehr Ruhe und Gleichgewicht.

Du möchtest mehr über dieses Thema erfahren? Hier kannst du Kontakt mit Bea aufnehmen:
bea-yoga.de


📚 Quellen
Hsueh, E.-J., Loh, E.-W., Lin, J. J.-A., Tam, K.-W. (2021). „Effects of yoga on improving quality of life in patients with breast cancer: a meta-analysis of
randomized controlled trials.“ Supportive Care in Cancer https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33452652/ (Zugriff: 07.03.2025).

Zhang, J., Yang, K.-H., Tian, J.-H., Wang, C.-M. (2020). „Effects of yoga on psychological function and quality of life in women with breast cancer: A meta-
analysis of randomized controlled trials.“ European Journal of Cancer Care https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22909345/ (Zugriff: 07.03.2025).

Cramer, H., Lange, S., Klose, P., Paul, A., Dobos, G. (2017). „Yoga for breast cancer patients and survivors: A systematic review and meta-analysis.“
European Journal of Cancer Care https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22988934/ (Zugriff: 07.03.2025).

O’Neill, M., Samaroo, D., Lopez, C., Tomlinson, G., Santa Mina, D., Sabiston, C., Culos-Reed, N., Alibhai, S. M. H. (2020). „The Effect of Yoga Interventions on Cancer-Related Fatigue and Quality of Life for Women with Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.“ The Journal of Alternative and Complementary Medicine https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33073636/ / (Zugriff: 07.03.2025).